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Wahlausgang

Machtkampf in Albanien: Rama greift nach historischem vierten Mandat

Machtkampf in Albanien: Rama greift nach historischem vierten Mandat
EPA-EFE/RONALD WITTEK
2 Min. Lesezeit |

Die Parlamentswahlen in Albanien sind am Sonntagabend mit der Schließung der Wahllokale offiziell zu Ende gegangen. Seit den frühen Morgenstunden hatten 3,7 Millionen wahlberechtigte Bürger die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Eine Besonderheit dieser Wahl: Erstmals konnte auch die albanische Diaspora an der Abstimmung teilnehmen.

Im Mittelpunkt des politischen Geschehens steht Premierminister Edi Rama, der mit seiner Sozialistischen Partei ein historisches viertes Mandat anstrebt. Die Opposition präsentiert sich hingegen zersplittert, wobei Sali Berishas Demokratische Partei die zweitstärkste politische Kraft darstellt, flankiert von mehreren kleineren Parteien und Bewegungen.

Ramas bisherige Amtszeiten waren von ambitionierten EU-Beitrittsplänen und wirtschaftlichen Reformen geprägt. Während ihm einerseits Erfolge bei zahlreichen Infrastrukturprojekten zugeschrieben werden, sieht er sich andererseits mit Korruptionsvorwürfen und Kritik an seinem autoritären Führungsstil konfrontiert. Die Opposition wirft dem Regierungschef zudem Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor – Anschuldigungen, die Rama entschieden zurückweist.

Regionale Unterschiede

Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bis 18 Uhr landesweit bei 41,41 Prozent. Regional zeigten sich dabei deutliche Unterschiede: Die höchste Beteiligung verzeichnete die Region Dibra mit 48 Prozent. In der Hauptstadt Tirana gaben bis zum frühen Abend 47,78 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, in Kukës 45,73 Prozent, in Elbasan 40,91 Prozent, in Berat 38,51 Prozent und in Lezha 39,99 Prozent.

Die niedrigste Wahlbeteiligung wurde mit lediglich 29,04 Prozent in Vlora registriert. Ein möglicher Grund dafür: In der albanischen Küstenstadt fand zeitgleich die dritte Etappe des Radrennens Giro d’Italia statt, weshalb zahlreiche Hauptverkehrsstraßen gesperrt waren.

Um die 140 Sitze im albanischen Parlament bewerben sich insgesamt 2.046 Kandidaten, was 186 Bewerbern pro Wahlkreis entspricht.

Bemerkenswert ist, dass die Wahlbeteiligung erneut auf niedrigem Niveau stagniert. Bereits bei den Wahlen 2021 lag sie mit 46,29 Prozent deutlich unter den Werten der 2000er Jahre, als mitunter über 60 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben.

Politikexperten führen dies auf eine wachsende Politikverdrossenheit und die anhaltende Abwanderung vieler junger Albanerinnen und Albaner ins Ausland zurück.

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KO KOSMO-Redaktion
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