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Karriere

Neuer Top-Job für Susanne Raab: Ex-ÖVP-Ministerin wird Migrations-Chefin in Wien

Neuer Top-Job für Susanne Raab: Ex-ÖVP-Ministerin wird Migrations-Chefin in Wien
FOTO: BKA/Andy Wenzel
3 Min. Lesezeit |

Nach einem intensiven Auswahlverfahren steht fest: Die frühere ÖVP-Ministerin Susanne Raab übernimmt die Leitung des Wiener Migrationszentrums ICMPD mit seinen 90 Projektländern.

Neue Führung

Die ehemalige ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab wird künftig das Internationale Zentrum für Migrationspolitik (ICMPD) mit Sitz in Wien leiten. Die türkis-grüne Bundesregierung hatte die Oberösterreicherin als österreichische Kandidatin nominiert. Raab verfügt über umfassende Expertise im Migrationsbereich – nicht nur durch ihre fünfjährige Tätigkeit als Ministerin, sondern auch durch frühere Positionen als Sektionschefin für Integration im Außenministerium und als Referatsleiterin für Integrationskoordination im Innenressort. Die promovierte Juristin hat zudem an der Universität Salzburg im Bereich Asyl- und Fremdenrecht geforscht.

Am Donnerstag wählten die Vertreter der 21 ICMPD-Mitgliedsstaaten Raab in Stockholm zur Nachfolgerin von Michael Spindelegger, der zum Jahresende aus dem Amt scheidet, wie die Organisation mitteilte. Die Entscheidung traf das von Schweden geleitete ICMPD-Steering Board nach einem mehrmonatigen Auswahlverfahren. Auf die internationale Ausschreibung hatten sich bis Ende des Vorjahres mehr als 70 Personen beworben.

Eine dreiköpfige Kommission – bestehend aus einem Vertreter des ICMPD-Aufsichtsgremiums, dem ICMPD-Managementdirektor John Aguirre und einem internationalen Personalberater – traf die Vorauswahl. Raab qualifizierte sich bei einem Hearing im März für die Shortlist und stellte sich im April einem mehrstündigen Auswahlgespräch mit Delegierten aller Mitgliedsländer. Nach inoffiziellen Informationen konkurrierte sie dabei mit einem Bewerber aus Griechenland.

ICMPD-Aufgaben

Das ICMPD betreibt Projekte in 90 Ländern und unterhält 33 regionale Büros, um seine Mitgliedsstaaten und Partner bei der Entwicklung effektiver Migrationspolitik zu unterstützen. Zu den Kernaufgaben zählen die Beobachtung von Migrationsbewegungen und die Kooperation mit Herkunfts- und Transitländern. Die Organisation wurde 1993 von der Schweiz und Österreich als Reaktion auf die Flüchtlingsbewegungen während der Balkankriege gegründet, gewann jedoch besonders nach der Migrationskrise 2015/16 an Bedeutung.

Internationale Expansion

Unter der zehnjährigen Führung Spindeleggers erweiterte sich der Mitgliederkreis erheblich: Die Türkei, Malta, Deutschland, Griechenland, die Niederlande und Irland schlossen sich dem ICMPD an. Zu den weiteren Mitgliedern zählen Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Nordmazedonien, Schweden, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Polen, Portugal, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

Der Thinktank genießt für seine Migrationsexpertise international hohes Ansehen, doch seine Projekte mit Herkunfts- und Transitländern stoßen mitunter auf Kritik. Für Schlagzeilen sorgte die Organisation, als sie im Auftrag der EU-Kommission einen Internierungstrakt zur Unterbringung von Migranten im nordbosnischen Flüchtlingslager Lipa errichtete.

Nach heftiger Kritik von bosnischen Politikern und Aktivisten, darunter auch der österreichischen NGO „SOS Balkanroute“, wurde Ende November der Abriss der nie in Betrieb genommenen Einrichtung angekündigt.

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KO KOSMO-Redaktion
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