Die Teuerungswelle in Österreich rollt wieder stärker an. Mit 3,5 Prozent im Juli erreicht die Inflation den höchsten Stand seit über einem Jahr.
Die Inflation in Österreich nimmt wieder Fahrt auf. Nach Angaben der Statistik Austria kletterte der Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli 2025 auf 3,5 Prozent im Jahresvergleich – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 3,3 Prozent im Vormonat Juni. Damit erreicht die Teuerung den höchsten Stand seit Mai 2024 und signalisiert, dass die Preisdynamik keineswegs zur Ruhe gekommen ist. Haupttreiber dieser Entwicklung sind erneut die Kosten für Kraftstoffe und Lebensmittel.
Auch im Monatsvergleich setzt sich der Aufwärtstrend fort: Gegenüber Mai verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Juni und Juli um insgesamt 0,5 Prozent. Besonders drastisch fällt der Preisanstieg bei Elektrizität aus, die im Jahresvergleich zum Juni 2025 um 35,7 Prozent teurer wurde.
Österreich über EU-Schnitt
Im europäischen Vergleich liegt Österreich dabei deutlich über dem Durchschnitt: Während die Eurozone-Inflation im Juli bei nur 2,7 Prozent lag, zählt die Alpenrepublik mit ihren 3,5 Prozent zu den Ländern mit der höchsten Teuerungsrate im Euroraum. Die sogenannte Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel erreichte 3,3 Prozent und liegt damit ebenfalls deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.
Massive Preissprünge
Der Gang zum Supermarkt wird für Konsumenten zunehmend zur finanziellen Belastungsprobe. Im Jahresvergleich zum Juni zeigen sich bei Kaffee massive Preissprünge: Bohnenkaffee verteuerte sich um 37,2 Prozent, andere Kaffeesorten um 26,8 Prozent. Auch bei Obst sowie Kakao- und Schokoladenprodukten müssen Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen.
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Selbst Butter, die bereits im Vorjahr kostspielig war, verzeichnet mit einem Plus von 12 Prozent einen weiteren erheblichen Preisanstieg. Die anhaltend hohen Teuerungsraten bei Stromkosten und in der Gastronomie stellen weiterhin eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Diese beiden Kostenfaktoren belasten im Jahresvergleich die Haushaltsbudgets besonders stark – vor allem bei Familien mit niedrigem Einkommen.
Dienstleistungen als Preistreiber
Besonders stark ins Gewicht fallen die Preissteigerungen bei Dienstleistungen, die sich um 4,5 Prozent verteuerten, sowie der Bereich Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak mit einem Plus von 4,4 Prozent. Diese beiden Kategorien trugen laut Statistik Austria mehr als zwei Drittel zur Gesamtinflation bei und gelten als Hauptverantwortliche für die aktuelle Teuerungswelle.
Erneute Teuerungswelle
Der aktuelle Inflationstrend verdeutlicht, dass nach einer kurzen Phase der Entspannung die Teuerungswelle erneut an Intensität gewinnt. Für die Bevölkerung bedeutet dies konkret: Der Alltag wird abermals kostspieliger – besonders beim Tanken, im Lebensmittelhandel und beim Restaurantbesuch.
Angesichts weltweiter Unsicherheitsfaktoren und regionaler Preistreiber ist eine baldige Entlastung für Verbraucher derzeit nicht absehbar. Die ursprünglich für Mai veröffentlichte Jahresinflationsrate von 3,0 Prozent wurde nachträglich auf 2,9 Prozent nach unten korrigiert. Diese geringfügige Anpassung ändert jedoch nichts an der grundsätzlich angespannten Preissituation im Land.
Angesichts der anhaltend hohen Inflationsrate von zuletzt 3,5 Prozent im Juli steigen die Preise für Kraftstoffe, Lebensmittel und Gastronomieangebote weiterhin spürbar an.