Die Stimme, die Generationen verzauberte, ist verstummt. Kroatiens musikalische Grande Dame Gabi Novak hinterlässt nach 90 bewegten Lebensjahren ein bleibendes Erbe.
Gabi Novak, die als „First Lady der kroatischen Unterhaltungsmusik“ galt, ist am 11. August 2025 in Zagreb im Alter von 90 Jahren verstorben. Die Künstlerin hinterlässt ein beeindruckendes musikalisches Erbe, das die Musiklandschaft Kroatiens und der gesamten Region nachhaltig geprägt hat.
Geboren wurde Novak am 8. Juli 1936 in Berlin als Tochter des Hvaraners Djuro Novak und der Deutschen Elizabet Reiman. Nach ihrer Kindheit, die sie zunächst in Berlin und später auf der Insel Hvar verbrachte, zog sie nach Zagreb. Dort absolvierte sie eine Ausbildung an der Schule für angewandte Kunst mit Schwerpunkt Grafik und arbeitete kurzzeitig als Zeichnerin im Trickfilmstudio von Zagreb Film.
Musikalischer Aufstieg
Ende der 1950er Jahre begann ihre musikalische Laufbahn. Mit ihrer charakteristischen Stimme eroberte sie rasch die Herzen des Publikums und entwickelte sich zu einer der gefragtesten Sängerinnen der damaligen jugoslawischen Musikszene. Ihr Repertoire, das sowohl Pop als auch Jazz umfasste, brachte ihr bereits in den 1960er Jahren große Popularität und Anerkennung bei Kritikern ein.
Im Laufe ihrer erfolgreichen Karriere veröffentlichte sie zahlreiche Alben und Singles und kollaborierte mit erstklassigen Komponisten und Musikern. Für ihre künstlerischen Leistungen erhielt sie mehrere renommierte Porin-Auszeichnungen (kroatischer Musikpreis) – 2002 für die beste Jazz-Darbietung, 2003 gleich mehrfach für das Album des Jahres, beste weibliche Stimme, bestes Pop-Album und beste Gesangskooperation. 2006 wurde sie schließlich mit dem Porin für ihr Lebenswerk geehrt.
Persönliche Schicksale
Ihr Privatleben war von Höhen und Tiefen geprägt. Mit 19 Jahren heiratete Novak erstmals den zehn Jahre älteren akademischen Maler Bogdan Debenjak. Die Ehe hielt jedoch nur neun Monate, da beide erkannten, dass ihre Entscheidung übereilt gewesen war.
Nach der Scheidung ehelichte sie den Komponisten Stipica Kalogjera. Diese Verbindung endete 1970. Am 30. März 1973 gab sie dem Liedermacher Arsen Dedic das Jawort, der bis zu seinem Tod im Jahr 2015 nicht nur ihr Ehemann, sondern auch ihr künstlerischer Wegbegleiter war. Aus dieser Ehe ging Sohn Matija hervor, der sich zu einem der herausragendsten Jazz-Pianisten Kroatiens entwickelte.
Das Schicksal meinte es nicht immer gut mit der Künstlerin. Nach dem Tod ihres Ehemanns Arsen Dedic am 17. August 2015, mit dem sie mehr als vier Jahrzehnte verheiratet war, musste Gabi Novak Anfang Juni dieses Jahres einen weiteren schweren Schicksalsschlag verkraften: Ihr Sohn Matija Dedic, einer der bedeutendsten Jazz-Pianisten Kroatiens, verstarb am 8. Juni in Zagreb im Alter von nur 52 Jahren.
Mit ihrem unverwechselbaren Interpretationsstil, ihrem emotionalen Ausdruck und ihrem künstlerischen Anspruch hat Gabi Novak bleibende Spuren in der Musikgeschichte Kroatiens und der gesamten Region hinterlassen.