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Fahrlässigkeit

Im Auto vergessen: Mann stirbt bei 41 Grad

Im Auto vergessen: Mann stirbt bei 41 Grad
Symbolbild FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein 33-jähriger Mann aus Oregon starb im Juli 2024 in Polizeigewahrsam, nachdem Beamte ihn bei sommerlichen Temperaturen in einem geschlossenen Fahrzeug zurückgelassen hatten. Die Familie des Verstorbenen hat nun Klage gegen die Stadt Coos Bay und drei Polizisten eingereicht.

📍 Ort des Geschehens

Nathan Bradford Smith, der an Schizophrenie und bipolarer Störung litt, wurde am Tag seines Todes mehrfach beim Konsum von Methamphetamin beobachtet. Gegen 17 Uhr entdeckten ihn Polizisten vor einem Motel 6 am Boden liegend. Trotz sommerlicher Temperaturen trug Smith einen schweren Mantel und einen Regenmantel.

Die Beamten Benjamin Martin, Tristan Smith und Wesley O’Connor legten dem bereits nach Luft ringenden Mann Handschellen an. Aufnahmen dokumentieren, wie er sich kaum ins Polizeiauto ziehen konnte und mit geschlossenen Augen nach Atem rang.

Fatale Vernachlässigung

Nach der Festnahme fuhr Beamter Martin zur Wache und ließ Smith bei etwa 20 Grad Außentemperatur im verschlossenen Fahrzeug zurück. Die Bodycam-Aufnahmen belegen präzise Zeitangaben: Um 17:10 Uhr verließ Martin das Fahrzeug, erreichte um 17:13 Uhr die Wache und kehrte erst um 17:21 Uhr zum Auto zurück. Laut Klageschrift verbrachte der Polizist diese Zeit damit, auf seinem Handy TikTok-Videos anzusehen und private Nachrichten zu beantworten – darunter eine mit dem Text: „Ich bin so bereit zum Kuscheln, ich habe das Gefühl, ich habe dich seit einer Woche nicht gesehen.“

Die Innenraumkamera des Streifenwagens dokumentierte unterdessen, wie Smith zu zittern begann und schließlich zusammensackte. Als Martin zum Wagen zurückkehrte, fand er Smith bewusstlos vor. Der Mann atmete nur noch unregelmäßig, sein Kopf war zurückgefallen. Der Beamte verabreichte ihm Narcan (Notfallmedikament gegen Überdosis) und alarmierte den Rettungsdienst.

Die Sanitäter maßen bei Smith eine Körpertemperatur von 41,6 Grad Celsius. Nach dem Transport ins Bay Area Hospital verstarb er an Herzstillstand. Der Klageschrift zufolge wurde der Tod durch Hyperthermie (Überhitzung) infolge einer Methamphetamin-Vergiftung verursacht, verschlimmert durch die mehrschichtige Kleidung.

Familie fordert Gerechtigkeit

„Als die Polizisten ihn fanden, zeigte er deutliche Anzeichen einer medizinischen Notlage. Seine Temperatur war extrem hoch, und es war offensichtlich, dass er ohne sofortige Hilfe sterben würde. Diese Hilfe blieb leider aus“, erklärte Juan Chavez, der Anwalt der Familie. Er betonte, dass 40 wertvolle Minuten vergingen, bevor Smith die dringend benötigte medizinische Versorgung erhielt.

Kurt Smith, der Vater des Verstorbenen, hatte seinen Sohn eine Woche vor dessen Tod zum letzten Mal gesehen. Die Todesursache erfuhr er erst vom Bestatter, da die Polizei keine Informationen herausgab. „Er hat es nicht verdient, einfach zum Sterben zurückgelassen zu werden“, sagte der Vater.

Die Oregon State Police führte eine offizielle Untersuchung durch und bestätigte die Videoaufnahmen als zentrale Beweismittel. Gegen die beteiligten Polizeibeamten wurden bislang keine strafrechtlichen Schritte eingeleitet.

Die Familie fordert in ihrer Klage Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

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KO KOSMO-Redaktion
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