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Gehaltsrekord

Praktikum mit Luxus-Gehalt: Bank zahlt 18.600 Euro monatlich

Praktikum mit Luxus-Gehalt: Bank zahlt 18.600 Euro monatlich
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Während deutsche Praktikanten mit 1.021 Euro auskommen müssen, zahlt die US-Finanzfirma Jane Street ihren Nachwuchskräften das Vierfache – plus üppigen Bonus.

Die amerikanische Finanzfirma Jane Street zahlt ihren Praktikanten wöchentlich rund 4.670 Euro, wie die „NZZ“ berichtet. Hochgerechnet entspricht dies einem Monatsgehalt von 18.680 Euro – ohne den Antrittbonus von mehreren tausend Euro. Diese Vergütung sticht besonders im Vergleich zu Deutschland hervor, wo Praktikanten laut „Future Talents Report“ durchschnittlich nur 1.021,60 Euro verdienen.

Das nicht börsennotierte New Yorker Unternehmen veröffentlicht keine Geschäftszahlen. Dennoch wurde bekannt, dass Jane Street im zweiten Quartal 2025 Handelseinnahmen von über 10 Milliarden Dollar erzielte – mehr als etablierte Großbanken wie JP Morgan oder Goldman Sachs, wie die „Financial Times“ dokumentierte. Da keine Aktionäre bedient werden müssen, kann die Firma einen erheblichen Teil der Gewinne direkt an die Mitarbeiter ausschütten.

Geschäftsmodell und Strategie

Als Market-Maker (Liquiditätsanbieter) sorgt Jane Street für Liquidität an den Finanzmärkten. Das Unternehmen stellt kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise für Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Währungen und handelt mit eigenem Kapital. Der Gewinn entsteht durch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem sogenannten Spread (Geld-Brief-Spanne).

Um seine Spitzenposition zu behaupten, rekrutiert Jane Street gezielt Hochbegabte mit attraktiven Praktikumsgehältern. Die Einstellungshürden sind hoch: Bewerber von Eliteuniversitäten wie Harvard, MIT oder Cambridge haben die besten Chancen. Fast 40 Prozent der Belegschaft besteht aus Mathematikern, Physikern oder Informatikern, wobei die Rekrutierung gezielt an diesen Hochschulen erfolgt.

Besonders ungewöhnlich ist die Organisationsstruktur des Unternehmens: Statt einer klassischen Hierarchie mit CEO operiert Jane Street als technokratisches Netzwerk mit 30 bis 40 verschiedenen Partnern, die gemeinsam strategische Entscheidungen treffen. Diese flache Hierarchie ermöglicht schnelle Entscheidungsprozesse und flexible Anpassungen an Marktveränderungen.

Rechtliche Probleme

Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs sieht sich das Unternehmen mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Die indische Marktaufsicht sperrte Jane Street wegen Verdachts auf Indexmanipulation für zwei Wochen vom lokalen Wertpapiermarkt. Das Handelsverbot wurde erst aufgehoben, nachdem die Firma 49 Milliarden Rupien (567 Millionen US-Dollar) auf ein Treuhandkonto eingezahlt hatte. Jane Street weist sämtliche Anschuldigungen zurück und hat laut „Handelsblatt“ Berufung eingelegt. Die Firma argumentiert, die Börsenaufsicht habe den Zugang zu wichtigen Dokumenten verweigert.

In Deutschland ist Jane Street außerhalb von Finanzkreisen weitgehend unbekannt. Aufmerksamkeit erregt das Unternehmen vor allem durch seine überdurchschnittlichen Gehälter und sein unkonventionelles Geschäftsmodell.

Der Ausgang dieses Rechtsstreits könnte für Jane Street Milliardensummen kosten.

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KO KOSMO-Redaktion
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