Wo einst Autos parkten, blüht jetzt neues Leben: Der Wiener Naschpark verwandelt den ehemaligen Asphaltplatz in eine grüne Stadtoase mit tausenden Pflanzen und vielfältigen Erholungsmöglichkeiten.
Der Wiener Naschmarkt präsentiert sich in neuem Gewand: Am Montag wurde der Naschpark offiziell seiner Bestimmung übergeben. Auf dem ehemals asphaltierten Parkplatz zwischen den Wienzeilen erstreckt sich nun eine 6.820 Quadratmeter große Grünoase mit 70 Bäumen und mehr als 50.000 Pflanzen. Die Anrainerinnen und Anrainer können den neuen Erholungsraum am 19. September bei einem Fest gebührend einweihen.
📍 Ort des Geschehens
Die feierliche Eröffnung erfolgte durch die Wiener SPÖ-Planungsstadträtin Ulli Sima gemeinsam mit der stellvertretenden Bezirksvorsteherin von Wien-Mariahilf, Julia Lessacher (SPÖ), und der NEOS-Planungssprecherin Selma Arapovic. Sima kündigte an: „Entlang der Rechten Wienzeile, wo es mehr Platz für größere Wurzeln gibt, kommen in Kürze noch 5 XXL-Bäume, die von Anfang an viel Schatten spenden werden.“
27 Millionen Euro Investition
Das ambitionierte Projekt kostet die Stadt Wien insgesamt 27 Millionen Euro, wobei allein für die Umgestaltung des Parkplatzes zum Park neun Millionen Euro veranschlagt wurden. Die Finanzierung erfolgt vollständig aus dem Wiener Stadtbudget. Die Bauarbeiten für Park und Marktraum starteten bereits im Oktober 2024 und sollen bis Herbst 2025 abgeschlossen sein.
Parkausstattung
Der Naschpark bietet zahlreiche Annehmlichkeiten für seine Gäste: Neben Pergolen, diversen Sitzgelegenheiten, Picknicktischen und Hängematten laden drei Brunnen, vier Wasserspiele und Liegewiesen zum Verweilen ein. Für die jüngsten Besucher wurde ein Balanciergerät installiert, während ein kleiner Aussichtspunkt einen Blick ins Wiental ermöglicht. Auch die Verkehrssicherheit wurde berücksichtigt – der Radweg vom Margaritensteg bis zur Linken Wienzeile erhielt eine Neugestaltung.
Bauliche Herausforderungen
Bei der Umgestaltung des Areals rund um die U-Bahn-Station Kettenbrückengasse stellten sich besondere Herausforderungen. Der Park entstand auf einer Fläche, die direkt über dem historischen Wienflussgewölbe aus der Jahrhundertwende und der U-Bahn liegt. Laut Aussendung beträgt die Oberfläche stellenweise nur 70 Zentimeter. Für das Tragwerk der U4 mussten zusätzliche seitliche Stützmaßnahnen vorgenommen werden. Die Bäume stammen aus einer spezialisierten Baumschule – darunter Seidenbäume, Judasbäume, Blumen-Eschen, Lederhülsenbäume, Zierapfelbäume und Mispeln.
Bürgerbeteiligung als Grundlage
Die Planung des Naschparks erfolgte nach einem mehrjährigen Bürgerbeteiligungsprozess, bei dem die Wünsche der Anrainerinnen und Anrainer maßgeblich berücksichtigt wurden. Besonders die Forderungen nach mehr Begrünung, konsumfreien Aufenthaltsflächen und dem Erhalt des Flohmarkts flossen in die Gestaltung ein. Die Stadt Wien initiierte dazu einen EU-weiten Ideenwettbewerb und mehrere kooperative Verfahren.
Die Neugestaltung des Naschmarkts umfasst neben dem Park auch den Erhalt des Flohmarkts sowie den Bau eines neuen Marktraums. Die Fertigstellung der Halle auf dem Bauernmarktgelände ist für Herbst vorgesehen. Das Flohmarktareal selbst bleibt vorerst unverändert und dient weiterhin unter der Woche als Parkplatz.
Die weitere Umgestaltung der Flohmarktfläche und des Landparteienplatzes ist bis Ende 2027 geplant. Aus dem Büro der Stadträtin verlautete auf Anfrage, dass eine Umgestaltung dieses Bereichs erst in einer späteren Phase erfolgen werde.