Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Honorarstreit

Ultimatum an Gesundheitskasse: Ärzte bereit für Totalstreik

Ultimatum an Gesundheitskasse: Ärzte bereit für Totalstreik
FOTO: iStock/andrei_r
2 Min. Lesezeit |

Veraltete Honorare, Behandlungsobergrenzen und zähe Verhandlungen: In Kärnten spitzt sich der Konflikt zwischen Ärzteschaft und Gesundheitskasse dramatisch zu.

Die Kärntner Ärztekammer und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) befinden sich seit Monaten in zähen Verhandlungen über einen neuen Honorarkatalog für niedergelassene Kassen- und Wahlärzte. Die Ärztekammer kritisiert das bestehende Honorarsystem der ÖGK als veraltet und unattraktiv. Als besondere Problempunkte werden die im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigeren Honorare sowie eine in Kärnten geltende zahlenmäßige Obergrenze bei Patientenbehandlungen angeführt. Die bisherigen Gespräche verliefen ergebnislos, ein weiterer Verhandlungsversuch ist für kommenden Freitag angesetzt.

Konkrete Forderungen der Ärztekammer

Die Ärztekammer Kärnten fordert eine lineare Erhöhung der Honorare für 2025, die unabhängig von der Mengenentwicklung gewährt werden soll. Zusätzlich werden Investitionen in die strukturelle Weiterentwicklung der Allgemeinmedizin gefordert, um den steigenden Arbeitsaufwand und die wachsende Patientenfrequenz in den Ordinationen zu bewältigen. Die Ärztevertreter drängen auf innovative und attraktive Konzepte, damit die erbrachten Leistungen angemessen abgegolten werden.

Modernisierungsbedarf

Johann Lintner, Leiter der ÖGK-Landesstelle Kärnten, erkennt ebenfalls Handlungsbedarf: „Der Vertrag, den wir zu Beginn der 90er Jahre errichtet haben, nach den damaligen Voraussetzungen und Notwendigkeiten, den müssen wir modernisieren.“ Das wird eine wesentliche Herausforderung sein für den aktuellen Gesamtvertrag, den wir verhandeln, weil die Zufriedenheit der Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner nicht gegeben ist.“ Die ÖGK bemühe sich, den Ärzten entgegenzukommen und den angekündigten Streik abzuwenden. Lintner verwies auf ein „sehr konstruktives Gespräch“ mit Vertretern der Ärztekammer in der Vorwoche und die Vereinbarung eines offiziellen Termins für gesamtvertragliche Verhandlungen in dieser Woche.

Österreichweite Lösungsansätze

Die Österreichische Ärztekammer zeigt sich für konstruktive Verhandlungen mit der ÖGK offen und befürwortet einen stufenweisen, österreichweiten Fahrplan zur Anpassung der Honorare über mehrere Jahre, um die Kassen nicht zu überlasten. Gleichzeitig wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, offene Kassenstellen, lange Wartezeiten und den generellen Ärztemangel rasch und wirksam zu adressieren, da diese Faktoren die Versorgungslage in Kärnten und anderen Bundesländern zunehmend belasten.

Streikankündigung

Für den 29. September haben die Ärzte einen ganztägigen Streik angekündigt, sollte keine Einigung erzielt werden. Vor diesem Datum wird noch eine offizielle Verhandlungsrunde stattfinden.

Auf Anfrage des ORF äußerten sich Vertreter der Ärztekammer jedoch skeptisch bezüglich der Erfolgsaussichten der für Freitag angesetzten Gespräche.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen