Spanien greift durch: Über 53.000 illegale Ferienwohnungen sollen von Vermietungsplattformen verschwinden und stattdessen Familien und jungen Menschen als Wohnraum dienen.
Die spanische Regierung geht entschlossen gegen illegale Ferienwohnungen vor. Mehr als 53.000 nicht genehmigte Unterkünfte sollen von Vermietungsplattformen entfernt werden, wie das Wohnungsministerium in Madrid mitteilte. Die betroffenen Internetportale wurden bereits über die Maßnahme informiert.
Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte bei einer Parteiveranstaltung in Málaga an, dass die Wohnungen künftig wieder dem regulären Immobilienmarkt zugeführt werden sollen. „Diese Unterkünfte werden bald jungen Menschen und Familien unseres Landes zur Verfügung stehen“, erklärte der Sozialist. Die Initiative sei Teil der Strategie seiner links orientierten Regierung, Wohnraum seinem ursprünglichen Zweck zurückzuführen.
Verschärfte Registrierungspflicht seit Juli
Bei den betroffenen Objekten handelt es sich um Wohnungen, deren Eigentümer zwar die seit 1. Juli 2025 verpflichtende Registrierungsnummer beantragt hatten, diese jedoch nicht erhielten, weil sie die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Bei der Überprüfung seien „tausende Unregelmäßigkeiten“ festgestellt worden. Besonders betroffen sind die Städte Sevilla mit 2.289 Fällen, Marbella mit 1.802, Barcelona mit 1.564, Málaga mit 1.471 und Madrid mit 1.257 illegalen Vermietungen.
Die verschärfte Registrierungspflicht sieht vor, dass jede Ferienunterkunft eine offizielle Nummer vorweisen muss. Eigentümern ohne gültige Registrierung drohen empfindliche Bußgelder und die automatische Entfernung ihrer Angebote von Online-Plattformen.
Europäische Maßnahmen
Das Problem der unkontrollierten touristischen Vermietung beschäftigt nicht nur Spanien. Auch andere europäische Länder ergreifen ähnliche Maßnahmen: Italien und Portugal führen strengere Kontrollen und empfindliche Strafen für nicht genehmigte Touristenvermietungen ein. In Amsterdam wurde die Anzahl der Tage begrenzt, an denen Eigentümer ihre Immobilien über Plattformen wie Airbnb anbieten dürfen.
Mit diesen Regelungen versuchen europäische Metropolen zu verhindern, dass sich ihre Stadtzentren in reine „Touristenzonen“ verwandeln, in denen Einheimische aufgrund explodierender Mietpreise keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden.