Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy muss für fünf Jahre hinter Gitter. Das Pariser Gericht sieht ihn als Teil einer kriminellen Vereinigung bei illegaler Wahlkampffinanzierung.
Im Prozess um illegale Wahlkampffinanzierung aus Libyen haben die Richter den französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht befand ihn der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung für schuldig. Sein langjähriger Vertrauter und ehemaliger Innenminister Claude Guéant erhielt mit sechs Jahren eine noch höhere Strafe, wobei die Richter in seinem Fall zusätzlich Bestechlichkeit feststellten.
Das Pariser Strafgericht sprach Sarkozy jedoch von den schwereren Vorwürfen der Bestechlichkeit und der illegalen Wahlkampffinanzierung selbst frei. Die Anklage stützte sich unter anderem auf Zeugenaussagen, wonach Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins Pariser Innenministerium gebracht wurden. Als mutmaßliche Mittelsmänner gelten der Geschäftsmann Ziad Takieddine und Alexandre Djouhri, die ebenfalls angeklagt sind.
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Weitere Verurteilungen
Auch Brice Hortefeux, ein weiterer ehemaliger Minister aus Sarkozys Umfeld, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Pariser Richter entschieden am Donnerstag zudem, dass die verhängten Strafen nicht durch ein Berufungsverfahren ausgesetzt werden können.
Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Nach französischem Recht bleibt eine Berufung möglich, sodass die Strafe bis zur Entscheidung über die Berufung nicht vollstreckt wird. Der mittlerweile 70-jährige Sarkozy wird in einem Monat erfahren, wann genau er seine Haftstrafe antreten muss.