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Brutaler Raub

Krebslüge als Falle: 19-Jährige lockt Cannabis-Dealer in Hinterhalt

Krebslüge als Falle: 19-Jährige lockt Cannabis-Dealer in Hinterhalt
FOTO: iStock/nito100
3 Min. Lesezeit |

Mit einer erfundenen krebskranken Mutter und versteckten Komplizen lockte eine junge Wienerin einen Dealer in die Falle. Der brutale Plan hatte ein klares Ziel.

Eine junge Wienerin lockte einen Drogendealer in eine Falle, während ihre drei männlichen Komplizen bewaffnet im Gebüsch warteten. Der ausgeklügelte Plan diente dem Ziel, an Cannabis zu gelangen. Bei der Übergabe stürmten die Mittäter hervor und attackierten den Dealer mit einer Schreckschusspistole und einem Schlagstock.

Die 19-jährige Zweitangeklagte hatte den Dealer über Snapchat kontaktiert und ihm vorgetäuscht, das Cannabis für ihre krebskranke Mutter zu benötigen. Als der Dealer zum vereinbarten Treffpunkt in einer Wien-Floridsdorfer Kleingartenanlage erschien, lauerten die drei männlichen Komplizen bereits versteckt in den Büschen. Im entscheidenden Moment überwältigten sie den Dealer, hielten ihm eine Schreckschusspistole an den Kopf und traktierten ihn mit Fäusten sowie einem Schlagstock. Das Opfer wurde bei dem Überfall schwer verletzt und leidet noch immer an den Folgen der brutalen Attacke.

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📍 Ort des Geschehens

Vor Gericht räumten alle vier Beschuldigten ihre Cannabisabhängigkeit ein. Sie gaben an, täglich bis zu acht Gramm konsumiert zu haben. Da ihre regulären Einkünfte für die Finanzierung ihrer Sucht nicht mehr ausreichten, beschlossen die Wiener, einen Dealer zu überfallen.

Emotionale Verteidigung

„Die Angeklagte kommt aus geordneten Verhältnissen. Fast drei Jahre lang befand sie sich in einer zerstörerischen Beziehung mit dem Erstangeklagten und war emotional völlig verblendet„, erklärte Verteidigerin Astrid Wagner, die den Lockvogel vertritt. „Als sie mir die Tat schilderte, brach sie in Tränen aus. Sie empfindet ihre Handlungen als verabscheuungswürdig.“ Auch während der Verhandlung weinte die junge Frau ununterbrochen: „Die Idee entstand gemeinsam“, schluchzte sie als einzige nicht in Untersuchungshaft befindliche Angeklagte. Drogensucht und finanzielle Engpässe hätten sie zu der Tat getrieben. „Die Geschichte mit der krebskranken Mutter war eine törichte Erfindung“, gestand sie. Von den mitgeführten Waffen will sie nichts gewusst haben.

Im Prozessverlauf distanzierten sich die drei männlichen Angeklagten zunehmend von ihrer Komplizin: „Allen war bewusst, dass eine Waffe und der Schlagstock zum Einsatz kommen sollten“, behauptete der Erstangeklagte. Ein Foto zeigt Wagners Mandantin, wie sie stolz eine Pistole präsentiert: „Damals fand ich das beeindruckend.“ Unter Tränen berichtete die Frau von den traumatischen Erlebnissen bei der polizeilichen Durchsuchung ihrer Wohnung nach der Tat.

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Gerichtliche Konfrontation

„Sie sind hier jedoch nicht das Opfer“, ermahnte die Richterin, die auch die aufgebrachten Familienangehörigen im Gerichtssaal zur Ordnung rufen musste. Auf ihre gezielten Nachfragen erhielt sie keine überzeugenden Antworten: Warum musste der Überfall mit solcher Brutalität durchgeführt werden? Weshalb hatten die Angeklagten finanzielle Probleme trotz regelmäßiger Einkommen? Und was bezweckten sie mit der Lüge über die erkrankte Mutter? Die jungen Angeklagten schienen selbst ratlos angesichts dieser Fragen.

Am Ende verhängte das Landesgericht Wien gegen alle vier Beteiligten teilbedingte Haftstrafen, einschließlich des Lockvogels. Auch die drei männlichen Mittäter erhielten rechtskräftige unbedingte Haftstrafen wegen Raubes und krimineller Vereinigung.

Die bislang unbescholtene junge Frau wurde zu 24 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon sie neun Monate unbedingt verbüßen muss. Ihre Verteidigerin Astrid Wagner kündigte bereits einen Antrag auf Haftaufschub an.

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KO KOSMO-Redaktion
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