Formel-1-Trubel, Baustellen und Grenzstaus: Wer jetzt Richtung Serbien oder Bosnien fährt, braucht starke Nerven.
Wer in den nächsten zwei Wochen von Österreich oder Deutschland über Ungarn nach Serbien oder weiter nach Bosnien reist, muss zwar keine vollständige Streckensperrung befürchten – sollte aber mit spürbaren Zeitverlusten rechnen. Mehrere Baustellen, ein Formel-1-Wochenende und eingeschränkte Kapazitäten an wichtigen Autobahnknoten machen eine sorgfältige Reiseplanung unumgänglich.
Am Wochenende vom 24. bis 26. Juli 2026 findet auf dem Hungaroring nahe Budapest der Formel-1-Grand-Prix statt. Die Veranstaltung zieht erfahrungsgemäß ein hohes Verkehrsaufkommen auf die A4 und die ungarische M1. Der ÖAMTC rechnet mit Behinderungen im Baustellenbereich am Knoten Wien-Schwechat, vor dem Grenzübergang Nickelsdorf sowie auf der M1 zwischen Hegyeshalom und Budapest.
Staus auf der M1
Die übliche Reiseroute verläuft über die A4, den Grenzübergang Nickelsdorf, die ungarischen Autobahnen M1, M0 und M5 sowie weiter über Horgos und Novi Sad nach Belgrad, in Richtung Westserbien oder nach Bosnien. Auf der M1 zwischen der österreichischen Grenze und Budapest sind derzeit mehrere Abschnitte mit Gegenverkehr und Fahrbahnverengungen eingerichtet. Laut ÖAMTC sind besonders die Streckenabschnitte zwischen Tatabánya und Szárliget sowie zwischen Bicske und Biatorbágy staugefährdet.
Da die Baustellenbereiche wenig Ausweichraum bieten, kann bereits ein liegengebliebenes Fahrzeug oder ein kleinerer Unfall zu langen Rückstaus führen. Am Sonntagabend ist zusätzlich mit dem Rückreiseverkehr der Rennbesucher zu rechnen. Zudem sind verstärkte Geschwindigkeits- und Vignettenkontrollen möglich. Für die Fahrt nach Budapest sollte deutlich mehr Zeit als üblich eingeplant werden.
Der Autobahngrenzübergang Röszke–Horgos ist rund um die Uhr für den internationalen Personen- und Transitverkehr geöffnet. Am Nachmittag des 23. Juli wurden Wartezeiten von unter 15 Minuten in Richtung Serbien gemeldet. Diese vergleichsweise entspannte Lage kann jedoch täuschen: In der Hochsaison können die Wartezeiten rasch auf mehrere Stunden ansteigen.
Die ungarische Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass am Übergang Röszke–Horgos mit stundenlangen Wartezeiten gerechnet werden muss. Als Ausweichmöglichkeiten stehen unter anderem die Übergänge Tompa–Kelebia und Hercegszántó–Bački Breg zur Verfügung. Kleinere Grenzübergänge wie Ásotthalom–Bački Vinogradi oder Tiszasziget–Đala haben teilweise eingeschränkte Öffnungszeiten und dürfen nur von bestimmten Personengruppen oder Staatsangehörigen genutzt werden.
Serbische Baustellen
Von Montag, 27. Juli, 8 Uhr, bis Sonntag, 2. August, 16 Uhr, wird der Autobahnknoten Surčin saniert. Betroffen sind vor allem Reisende, die über Novi Sad nach Belgrad, Niš, Čačak oder in Richtung Westserbien weiterfahren. Gesperrt sind die Ausfahrt aus Richtung Novi Sad nach Surčin sowie die Auffahrt von Surčin in Richtung Niš und Čačak. Auf der Verbindung Dobanovci–Surčin ist zudem eine Fahrspur gesperrt; der Verkehr wird dort wechselseitig per Ampelregelung geführt.
Bis zum 31. Juli wird am Autobahnknoten Pećinci auf der A3 ein Überführungsbauwerk rekonstruiert. In Fahrtrichtung Šid ist die Überholspur gesperrt. Zudem ist die Abfahrt von der Autobahn bei Pećinci aus Richtung Belgrad nicht möglich, ebenso wenig die Auffahrt von Pećinci in Richtung Sremska Mitrovica und Šid. Als Umleitung wird der Autobahnknoten Šimanovci empfohlen.
Die Einschränkungen betreffen in erster Linie Reisende, die aus Belgrad oder Zentralserbien weiter nach Sremska Mitrovica, Šid oder Nordbosnien fahren. Rund um den Autobahnknoten Ruma laufen ebenfalls noch bis zum 31. Juli Instandhaltungsarbeiten, die sich auf den Pannenstreifen und die Nebenfahrbahnen beziehen. Bei hohem Ferienverkehr können die Baustellen dennoch zu Verzögerungen führen – insbesondere für Reisende in Richtung Šabac, Sremska Rača und Bijeljina.
Wer die Reise von Serbien nach Bosnien fortsetzt, sollte die aktuellen Regelungen an den östlichen und nordöstlichen Grenzübergängen im Blick behalten. Der Übergang Brčko ist derzeit für Pkw und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen geöffnet. Der Grenzübergang Karakaj bei Zvornik ist wieder für alle Fahrzeugkategorien freigegeben.
Am Übergang Šepak gilt hingegen ein generelles Fahrverbot für Lastwagen; für normale Pkw ist die Einreise weiterhin möglich. Auf der bosnischen Magistralstraße Tuzla–Bijeljina besteht eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, während Pkw die Strecke uneingeschränkt befahren dürfen.
Nach aktuellem Stand der offiziellen Meldungen ist auf der Hauptachse M1–M0–M5 bis Anfang August keine mehrtägige Vollsperrung der gesamten Reiseroute angekündigt. Der ungarische Autobahnbetreiber weist allerdings darauf hin, dass laufende Arbeiten, Fahrstreifenbeschränkungen und Termine kurzfristig geändert werden können.
Zwischen dem 27. Juli und dem 2. August kommt die Teilsperrung des Autobahnknotens Surčin hinzu.