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Viruswarnung

Stich mit Folgen: West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

Stich mit Folgen: West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Virus, übertragen durch Gelsen, breitet sich in Europa aus – und trifft derzeit vor allem Griechenland besonders hart.

In mehreren europäischen Ländern werden derzeit Infektionen mit dem West-Nil-Virus registriert. Besonders auffällig ist die Entwicklung in Griechenland: Innerhalb nur einer Woche kamen dort 14 neue Fälle hinzu, sodass bis zum 22. Juli 2026 insgesamt 21 lokal übertragene Infektionen gemeldet wurden.

Die jüngste europaweit vergleichbare Auswertung der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC basiert hingegen auf Meldungen bis zum 15. Juli. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 34 lokal erworbene Fälle in fünf europäischen Ländern erfasst worden. Die danach aus Griechenland gemeldeten Infektionen sind in dieser Gesamtzahl noch nicht vollständig enthalten.

Von den 21 in Griechenland registrierten Erkrankten entwickelten 20 eine sogenannte neuroinvasive Verlaufsform, bei der das Virus das zentrale Nervensystem befällt und schwere Komplikationen wie eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung auslösen kann. Bei einem weiteren Patienten wurden keine neurologischen Symptome festgestellt.

Am 22. Juli befanden sich noch 13 Betroffene im Krankenhaus. Drei von ihnen wurden auf einer Intensivstation behandelt, ein weiterer Patient lag auf einer Überwachungsstation. Acht Erkrankte waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.

Geografisch konzentrierten sich die meisten griechischen Fälle auf die Region Attika rund um Athen. Weitere Infektionen wurden unter anderem aus Gebieten rund um Larisa und Palamas gemeldet.

Europäische Ausbreitung

Nach dem europaweiten Datenstand vom 15. Juli wies Italien mit 21 Fällen in 17 betroffenen Verwaltungsgebieten die größte geografische Streuung auf. Betroffen waren unter anderem Gebiete rund um Novara, Cremona und Verona.

Rumänien und Nordmazedonien meldeten zu diesem Zeitpunkt jeweils mehrere Infektionen. Auch aus Spanien wurden lokal erworbene Fälle gemeldet, darunter aus den Gebieten Alicante und Sevilla. Innerhalb einer Berichtswoche wurden europaweit 17 Verwaltungsgebiete erstmals in der Saison 2026 als Infektionsgebiete ausgewiesen.

Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Gelsen der Gattung Culex. Als natürliches Reservoir dienen infizierte Vögel. Menschen und Pferde gelten als sogenannte Endwirte und spielen im natürlichen Übertragungszyklus keine wesentliche Rolle. Eine Ansteckung durch gewöhnlichen zwischenmenschlichen Kontakt findet nicht statt.

Bei rund 80 Prozent der Infizierten verläuft die Erkrankung ohne Symptome. Etwa 20 Prozent entwickeln grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Schwere neurologische Verläufe treten bei ungefähr 0,7 Prozent der Infektionen auf. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Eine spezifische antivirale Therapie existiert bislang nicht. Auch ein für Menschen zugelassener Impfstoff gegen das West-Nil-Virus steht derzeit nicht zur Verfügung.

Lage in Österreich

Für Österreich vermeldet die AGES mit Stand 22. Juli 2026 keine aktuellen West-Nil-Infektionen bei Menschen oder Tieren.

Im Jahr 2024 wurden hierzulande 34 lokal erworbene Fälle dokumentiert. Als wahrscheinliche Ansteckungsgebiete galten insbesondere Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Zusätzlich wurden drei importierte Infektionen registriert.

Im Jahr 2025 wurde kein im Inland erworbener Fall festgestellt. Allerdings wurde eine aus dem Ausland eingeschleppte Infektion gemeldet.

Gesundheitsexperten raten dazu, sich während der Sommermonate konsequent vor Gelsenstichen zu schützen. Empfohlen werden lange, möglichst helle Kleidung, die Verwendung geeigneter Insektenschutzmittel sowie Fliegengitter an Fenstern und Türen.

Auch stehendes Wasser in Blumentopfuntersetzern, Regentonnen, Gießkannen oder anderen Behältern sollte regelmäßig entleert werden, da solche Wasseransammlungen Gelsen als Brutstätten dienen können.

Wer nach einem Gelsenstich hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder andere neurologische Beschwerden entwickelt, sollte umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

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KO KOSMO-Redaktion
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