Eine heimliche Schönheitsoperation, eine fatale Lüge und ein Vater, der erst bei der Beerdigung die Wahrheit erfährt – der Fall der 14-jährigen Paloma erschüttert Mexiko.
Mit einem Kuscheltier in der Hand lächelt die Teenagerin auf dem Foto in die Kamera. Niemand konnte ahnen, dass der Wunsch nach körperlicher Veränderung für Paloma Nicole Arellano zum Verhängnis werden würde. Die 14-Jährige verlor nach einer Brustvergrößerung ihr Leben – ein Eingriff, der unter falschen Vorwänden und ohne Wissen ihres Vaters durchgeführt wurde.
Die Jugendliche unterzog sich am 12. September einer Brustimplantation, während ihr Vater in dem Glauben gelassen wurde, sie befinde sich mit ihrer Mutter in einer Berghütte. Den chirurgischen Eingriff führte Victor durch, der Lebensgefährte der Mutter, mit deren Einverständnis, jedoch ohne die Zustimmung des Vaters einzuholen. Was als vermeintliche Verschönerungsmaßnahme geplant war, endete in einer Katastrophe.
Nach der Operation traten schwerwiegende medizinische Probleme auf. Paloma erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand und entwickelte massive Hirnschwellungen. Die behandelnden Mediziner versetzten sie ins künstliche Koma und schlossen sie an ein Beatmungsgerät an. Erst als keine Hoffnung mehr bestand, informierte die Mutter den Vater Carlos über den Zustand seiner Tochter.
Getäuschter Vater
Einen Tag vor dem tragischen Geschehen hatte Carlos Arellano einen Anruf von seiner früheren Partnerin erhalten. Sie teilte ihm mit, dass bei Paloma in der Schule COVID-19 nachgewiesen worden sei und sie deshalb gemeinsam in eine abgelegene Hütte in den Bergen von Durango fahren würden – angeblich ohne Telefonempfang. Carlos schenkte dieser Geschichte Glauben und ahnte nicht, welche Pläne tatsächlich im Hintergrund liefen.
Laut Berichten mexikanischer Medien erfuhr der Vater erst während der Beisetzung seiner Tochter die erschütternde Wahrheit: Paloma Nicole Arellano Escobedo starb nicht an einer Erkrankung, sondern an den Folgen einer heimlich durchgeführten Schönheitsoperation.
Schockierende Entdeckung
Während der Trauerfeier kamen die schockierenden Details ans Licht. „Bei der Beerdigung sagten mir einige Verwandte, dass ihre Brüste größer seien als zuvor“, berichtete der Vater. „Ich bat ihre Mutter, den Raum zu verlassen, damit ich mit meiner Tochter sprechen und mich von ihr verabschieden konnte. Aus irgendeinem Grund wollte sie das nicht. Ich konnte sie und ihre ganze Familie schließlich überreden, zu gehen. Meine Schwester, meine Schwägerin, meine Mutter und ich blieben im Raum. Sie untersuchten meine Tochter und tatsächlich: Sie hatte Brustimplantate. Wir haben Fotos von den Implantaten und den Narben. Wir beantragten sofort eine Autopsie“, sagte er.
Der Vater hat rechtliche Schritte gegen alle Beteiligten eingeleitet – den Arzt, die Mutter und die Klinik. Er wirft ihnen vor, versucht zu haben, die wahren Umstände zu vertuschen, und macht sie für den Tod seiner Tochter verantwortlich.
Ermittlungen laufen
Die mexikanische Staatsanwaltschaft in Durango hat nach dem Tod der 14-Jährigen Ermittlungen eingeleitet, nachdem der Vater eine formelle Anzeige gegen den behandelnden Arzt, die Mutter und die Klinik erstattet hatte. Der Fall hat mittlerweile höchste politische Aufmerksamkeit erreicht: Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, dass das Innenministerium den Fall begleiten und eine vollständige rechtliche Aufklärung sicherstellen werde.