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Gesundheitsgefahr

Gift im Ohr: Jeder zweite Kopfhörer mit gefährlicher Chemie verseucht

Gift im Ohr: Jeder zweite Kopfhörer mit gefährlicher Chemie verseucht
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Kopfhörer mit Schadstoffen belastet: Fast die Hälfte der vom VKI getesteten Modelle erhielt die schlechteste Bewertung. Besonders problematisch sind Bisphenole in Hartplastik-Komponenten.

Zahlreiche Kopfhörer im österreichischen Handel weisen bedenkliche Schadstoffbelastungen auf. Dies ergab eine umfassende Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im Rahmen des EU-Projekts „ToxFree LIFE for all“. Von insgesamt 81 analysierten Modellen, die gemeinsam mit Verbraucherorganisationen aus Slowenien, Tschechien und Ungarn geprüft wurden, waren 64 zum Testzeitpunkt auf dem österreichischen Markt erhältlich. Das Sortiment umfasste sowohl Kinder- und Gaming-Kopfhörer als auch Modelle für Erwachsene.

Die Laboranalysen konzentrierten sich auf 84 verschiedene potenziell gesundheitsgefährdende Substanzen, darunter Chlorparaffine (Industriechemikalien), Phthalate (Weichmacher), Flammschutzmittel und Bisphenole (Kunststoffchemikalien). Während Weichmacher (Phthalate) in sämtlichen Produkten nachgewiesen wurden, fiel besonders ein Kinderkopfhörer der Marke „Enjoy Music“ von Temu durch seine hohe Belastung negativ auf. Chlorparaffine waren nur in minimalen Konzentrationen vorhanden. Bei den Flammschutzmitteln zeigte sich trotz niedriger Durchschnittswerte ein beunruhigendes Muster: Fast drei Viertel aller Proben enthielten mehrere unterschiedliche dieser Substanzen gleichzeitig.

Am problematischsten stellte sich die Situation bei den Bisphenolen dar, für die zugleich die wenigsten gesetzlichen Einschränkungen bestehen. Ein Fünftel aller getesteten Modelle erhielt aufgrund dieser Stoffgruppe die schlechteste Bewertung „rot“. Die Bisphenole wurden vorwiegend in Hartplastik-Komponenten nachgewiesen, die normalerweise nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen, etwa an den Außenseiten der Kopfhörerbügel. VKI-Expertin Birgit Schiller empfiehlt daher, Kopfhörer nicht unnötig in der Hand zu halten oder längere Zeit um den Hals zu tragen.

Alarmierende Testergebnisse

Die Gesamtbilanz des Tests fällt ernüchternd aus: 28 der 64 in Österreich erhältlichen Modelle wurden mit „rot“ bewertet und sollten laut VKI nicht verwendet werden. Sieben Produkte erhielten eine „gelbe“ Bewertung, während 29 Kopfhörer mit „grün“ eingestuft wurden – letztere wiesen vergleichsweise geringere Schadstoffkonzentrationen auf. Bei den speziell für Kinder konzipierten Modellen zeigte sich ein etwas positiveres Bild: Trotz sieben „rot“ bewerteter Produkte erhielten immerhin 14 Kinderkopfhörer eine „grüne“ Beurteilung.

Gesundheitsrisiken minimieren

VKI-Projektleiterin Birgit Schiller betont, dass die Testergebnisse nicht bedeuten, alle Kopfhörer sofort entsorgen zu müssen. Viele Produkte seien zumindest geringer belastet, besonders im Segment der Kinderkopfhörer. Dennoch enthielt knapp die Hälfte aller getesteten Modelle einen Schadstoff-Mix, der von einer Nutzung abraten lässt.

„Ein erfreuliches Ergebnis ist das nicht“, fasst die Expertin zusammen, gibt jedoch zu bedenken: „Aber man muss sich nicht zu Tode fürchten. In einzelnen Produkten ist die Menge schädlicher Stoffe oft nicht sofort bedenklich.“ Das eigentliche Problem sieht Schiller in der Kumulation verschiedener Belastungsquellen im Alltag – von Spielzeug über Trinkflaschen bis hin zu Kleidungsstücken.

„Je häufiger das passiert, desto größer wird die Gesamtbelastung – und damit auch das Risiko für unsere Gesundheit. Deshalb ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass wir – und besonders Kinder – möglichst wenig mit gefährlichen Stoffen in Berührung kommen“, so Schiller.

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KO KOSMO-Redaktion
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