Gute Nachrichten für Salzburger Haushalte: Die Stromnetzentgelte sinken 2026 um neun Prozent, während andere Bundesländer teils kräftige Erhöhungen verkraften müssen.
Die Salzburger Stromkunden dürfen sich freuen: Nach dem deutlichen Anstieg in diesem Jahr werden die Netzentgelte im kommenden Jahr um rund neun Prozent sinken. Diese Entscheidung hat die Energieregulierungsbehörde E-Control getroffen. Auch in Vorarlberg, Kärnten, Wien und der Steiermark werden die Kosten leicht zurückgehen.
Während die Salzburger mit einer spürbaren Entlastung rechnen können, müssen andere Bundesländer mit höheren Netzentgelten kalkulieren. In Niederösterreich steigen die Kosten um 6,9 Prozent, in Tirol um 11,2 Prozent und im Burgenland sogar um 16,1 Prozent.
Für die positive Entwicklung in Salzburg nennt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch mehrere Faktoren. Zum einen habe sich der Stromverbrauch stabilisiert. Zum anderen hätten zusätzliche Einnahmen aus dem grenzüberschreitenden Stromtransit dazu beigetragen, die Kosten zu dämpfen, erklärte er am Montag.
Die aktuelle Senkung folgt auf erhebliche Preissteigerungen: Zu Jahresbeginn 2025 waren die Stromnetzentgelte für Haushalte österreichweit durchschnittlich um 23,1 Prozent gestiegen, bei Gas um 16,6 Prozent. Zusammen mit der Wiedereinführung der vollen Energieabgaben nach Ende der Gaskrise führte dies zu Mehrkosten von mehreren hundert Euro pro Haushalt und trug zur aktuellen Inflationsrate bei.
⇢ Preisschock für Gaskunden: Netzentgelte steigen um 18,2 Prozent
Gasnetz wird teurer
Bei den Gasnetzkosten sieht die Situation für 2026 hingegen weniger erfreulich aus. Hier prognostiziert die E-Control einen durchschnittlichen Anstieg von 18,2 Prozent. Der Grund: Die verbrauchten Gasmengen gehen weiter zurück, wodurch sich die Netzkosten auf weniger Kilowattstunden verteilen.
Ein weiterer Faktor für die steigenden Gasnetzentgelte ist der Verlust der Transitfunktion Österreichs. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist Österreich kein Gastransitland mehr und muss nun die Kosten für die bestehende Pipeline-Infrastruktur allein tragen.
Im Strombereich wird dagegen massiv in den Netzausbau investiert, um die Energiewende zu unterstützen. Als neue Maßnahme führt die E-Control einen „Sommer-Sonnentarif“ ein, der netzdienliches Verhalten mit einem Rabatt von 20 Prozent auf die Netzentgelte belohnt. Dadurch soll der Netzausbaubedarf reduziert werden.
Neue Tarifstruktur
Diese zeitlich differenzierten Netztarife sind eine Premiere und reagieren auf den zunehmenden Photovoltaik-Strom. Die Verbraucher profitieren automatisch von den vergünstigten Entgelten, sofern die Netzbetreiber über die erforderlichen Detaildaten verfügen. In der Praxis bedeutet dies vermutlich, dass Kunden die Viertelstundenwerte im Onlineportal ihres Netzbetreibers aktivieren müssen.
Frühere zeitabhängige Netzentgelte für Sommer und Winter sowie Tag und Nacht haben mit der Zeit ihre Wirksamkeit verloren und werden mit der Verordnung 2026 abgeschafft.
Urbantschitsch kündigte an, dass die E-Control verstärkt Druck auf die Gasnetzbetreiber ausüben werde, ihre Kosten an die sinkenden Einnahmen anzupassen und das Gasnetz zu verkleinern. Als Hindernis nannte er jedoch die weiterhin bestehende gesetzliche Anschlusspflicht.
Die E-Control legt jährlich die maximal zulässigen Netzentgelte pro Kilowattstunde fest. Die genauen Beträge variieren je nach Netzbetreiber und können bis zur endgültigen Veröffentlichung noch leichte Änderungen erfahren.
Die finalen Verordnungen werden üblicherweise im Dezember bekanntgegeben und treten zum 1. Jänner in Kraft.