Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Betreuungsmangel

Inklusions-Schock in Wien: Hunderte Kinder ohne Betreuungsplatz

Inklusions-Schock in Wien: Hunderte Kinder ohne Betreuungsplatz
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Statt 1.500 fehlen in Wien nur 499 Plätze für Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Die Bildungsstadträtin klärt auf, wie es zur Diskrepanz in den Zahlen kam.

In Wien fehlen aktuell rund 500 Plätze für Kinder mit erhöhtem oder intensivem Betreuungsbedarf. Diese Zahl präsentierte Bildungs- und Jugendstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) am Mittwoch während der Fragestunde des Wiener Landtags als Ergebnis einer aktuellen Erhebung zu Inklusionsplätzen. Die Zahl liegt deutlich unter jenen Werten, die zuletzt in Medienberichten kursierten, wonach etwa 1.500 betroffene Kinder keinen entsprechenden Betreuungsplatz erhalten hätten.

Emmerling erklärte die Diskrepanz mit dem Umstand, dass die höheren Zahlen aus einer internen Liste zur Bedarfssteuerung stammten. Diese Liste habe erfasst, welche Kapazitäten in Integrationsgruppen oder heilpädagogischen Einrichtungen benötigt würden und diente zudem als Grundlage für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Für die tatsächliche Platzvergabe im städtischen Bereich sei diese Aufstellung jedoch nie konzipiert gewesen.

Datenbereinigung erfolgt

Die Stadträtin gab an, eine Neuerhebung und Konsolidierung der Daten beauftragt zu haben. Nach Abschluss dieser Berechnungen zeige sich nun, dass für das Kindergartenjahr 2025/2026 genau 499 Kindern kein entsprechender Platz angeboten werden konnte. Emmerling betonte: „Das ist einerseits noch immer zu viel“, verwies aber gleichzeitig auf den Wert der nun bereinigten Datenlage. Die bisherigen Zahlen hätten das tatsächliche Bild verzerrt dargestellt.

Private Träger helfen

Positiv wirke sich laut der Stadträtin auch eine Gesetzesnovelle aus dem Jahr 2024 aus, die privaten Trägern die Umsetzung von Inklusion im Alltag erleichtere. Bei diesen werden mittlerweile über 900 Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf betreut, die nicht mehr in der städtischen Liste erscheinen.

Parallel dazu sollen auch die Plätze im städtischen Bereich weiter ausgebaut werden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen