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Regierungsversagen

Britischer Corona-Skandal: 23.000 Tote durch Johnsons fatale Verzögerung

Britischer Corona-Skandal: 23.000 Tote durch Johnsons fatale Verzögerung
Foto: iStock, epa/ANDY RAIN
2 Min. Lesezeit |

Zu spät, zu lasch, zu chaotisch: Ein Untersuchungsbericht zur britischen Corona-Politik enthüllt fatale Fehlentscheidungen mit tödlichen Folgen für tausende Menschen.

Ein Untersuchungsbericht zur britischen Corona-Politik hat schwerwiegende Versäumnisse der damaligen Regierung aufgedeckt. Das am Donnerstag veröffentlichte, rund 800 Seiten umfassende Dokument kommt zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen die Bedrohung durch das Virus erheblich unterschätzt und deutlich zu spät angemessen reagiert haben. Besonders gravierend erscheint die Einschätzung der Kommission, dass allein in England etwa 23.000 Menschen während der ersten Infektionswelle hätten gerettet werden können, wäre der erste Lockdown nur eine Woche früher im März 2020 verhängt worden.

Die Experten unter Leitung von Heather Hallett kritisieren zudem, dass die ersten beiden Lockdowns kürzer hätten ausfallen oder möglicherweise ganz vermieden werden können, wenn man frühzeitig einfache Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln oder Kontaktbeschränkungen eingeführt hätte. Die Reaktion der Regierung wird in dem Bericht als deutlich „zu lasch“ bewertet. Erschwerend kommt hinzu, dass aus den anfänglichen Fehlentscheidungen offenbar keine Lehren gezogen wurden.

Toxische Arbeitskultur

In der Downing Street herrschte laut Untersuchungsergebnissen eine „toxische und chaotische Kultur“, die der damalige Premier Boris Johnson teilweise aktiv befördert habe. Dem Regierungschef wird außerdem vorgeworfen, nicht gegen „beleidigende, sexualisierte und frauenfeindliche Sprache“ seines Chefberaters eingeschritten zu sein.

Johnson, der von 2019 bis 2022 regierte, stand bereits zuvor wegen seines Pandemiemanagements stark in der Kritik. Für zusätzliche Empörung sorgte der sogenannte Partygate-Skandal, bei dem im Regierungssitz Feiern stattfanden, während die Bevölkerung strengen Kontaktbeschränkungen unterlag. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung musste der Ex-Premier erneut Stellung beziehen.

Dramatische Bilanz

Die Bilanz der Pandemie fällt für das Vereinigte Königreich besonders bitter aus: Laut offiziellen Sterbeurkunden verstarben rund 227.000 Menschen an Covid-19 – deutlich mehr als in Deutschland, obwohl das Land weniger Einwohner hat.

Der amtierende Premierminister Keir Starmer kündigte an, die Erkenntnisse des Berichts eingehend zu prüfen.

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KO KOSMO-Redaktion
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