Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Stadtentwicklung

27 Millionen für Naschmarkt-Entree: NEOS und SPÖ feiern, FPÖ tobt

27 Millionen für Naschmarkt-Entree: NEOS und SPÖ feiern, FPÖ tobt
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Holz trifft Glas: Nach einem Jahr Bauzeit erstrahlt das neue Entree des Wiener Naschmarkts. Die 850-Quadratmeter-Halle spaltet jedoch die Gemüter.

Nach einjähriger Bauzeit präsentiert sich das neue Entree des Naschmarkts bei der Kettenbrückengasse in Wien in seiner finalen Form. Die vorwiegend aus Holz und Glas errichtete Halle erstreckt sich über eine Fläche von rund 850 Quadratmetern und orientiert sich in ihrer Gestaltung an den traditionellen Marktständen, übertrifft diese jedoch deutlich in ihren Dimensionen.

Die offizielle Inbetriebnahme wurde am Nachmittag mit einem Medientermin zelebriert, zu dem die NEOS-Stadträtin Bettina Emmerling, verantwortlich für das Marktressort, sowie SPÖ-Planungsstadträtin Ulli Sima eingeladen hatten. Emmerling bezeichnete die neue Einrichtung als zeitgemäße Ergänzung zum traditionsreichen Naschmarkt und betonte die Freude über die gelungene Fertigstellung. Auch Sima zeigte sich sichtlich bewegt und sprach von überwältigenden Gefühlen angesichts des Erreichten. Sie verwies auf anfängliche Herausforderungen im Projektverlauf und hob die Bedeutung der durchgeführten Bürgerbeteiligung hervor.

Im Gespräch mit der APA erläuterte Sima, dass die endgültige Kostenberechnung für den Marktraum noch ausstehe. Das Gesamtbudget von 27 Millionen Euro umfasse allerdings auch die Investitionen in weitere Flächen des Areals.

⇢ Millionen für Brennpunktschulen: Wer profitiert vom Chancenbonus?

Neue Nutzungskonzepte

Die neue Markthalle beherbergt neben diversen Geschäften und gastronomischen Angeboten auch einen kompakten Veranstaltungsbereich mit dem Namen „Markträumchen“. Der Zugang zur Halle ist ausschließlich während der Tagesstunden möglich, nachts bleibt die Einrichtung verschlossen. Diese Regelung gilt ebenso für die teilweise begrünte Dachterrasse.

Die Umgestaltungsmaßnahmen rund um den Naschmarkt gehen weit über die neue Halle hinaus. Der sogenannte Naschpark am westlichsten Ende der Wienfluss-Überplattung wurde bereits fertiggestellt. Das benachbarte Flohmarktgelände hingegen präsentiert sich noch in seinem ursprünglichen Zustand und dient weiterhin samstags als Verkaufsfläche für Altwaren sowie an Wochentagen als Parkplatz.

Kritische Stimmen

Laut Sima soll dieser Bereich erst 2027 umgestaltet werden. Zunächst stehe die Renovierung der unmittelbar an die Halle angrenzenden Freiflächen an, die für den Bauernmarkt genutzt werden.

Das neue Bauwerk am Naschmarkt stößt nicht überall auf Zustimmung. Die FPÖ äußerte in einer Aussendung Kritik und verglich das Gebäude mit einer „Autobahnraststätte“. Eine kleine Gruppe von Anwohnern demonstrierte sogar vor Ort mit einem Transparent mit der Aufschrift „Keinen Sima-Bobo-Kobel“.

Bereits in der Vergangenheit hatten Bewohner der angrenzenden Bezirke gegen die Bebauung protestiert und den Erhalt freier Flächen gefordert.

Die Stadt Wien verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der nun bebaute Platz bereits bei der ursprünglichen Eröffnung des Naschmarkts mit Marktständen besetzt war, die größtenteils 1972 abgerissen wurden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen