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Versorgungskrise

Orthopädie-Kollaps droht: Hacker halbiert Klinikbetten in Wien

Orthopädie-Kollaps droht: Hacker halbiert Klinikbetten in Wien
Fotos: iStock/www.wien.gv.at/kontakt/peter-hacker
2 Min. Lesezeit |

Die Wiener Gesundheitsbehörde plant eine drastische Reduzierung der orthopädischen Betten in zwei wichtigen Kliniken, was erhebliche Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben könnte. Im Rahmen des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030 sollen die Kapazitäten im Spital Speising und im Herz-Jesu Krankenhaus halbiert werden. Die Vinzenz Kliniken, zu denen beide Einrichtungen gehören, schlagen Alarm: „Die sichere orthopädische Versorgung der Wiener ist akut gefährdet!“

Die betroffenen Krankenhäuser nehmen eine zentrale Stellung in der orthopädischen Versorgung der Hauptstadt ein. Etwa 50 Prozent aller Hüft- und Knieoperationen in Wien werden in diesen Einrichtungen durchgeführt. Nach den aktuellen Plänen würde die Bettenanzahl in Speising von 240 auf 116 und im Herz-Jesu-Krankenhaus von 90 auf 50 sinken.

David Potz, Geschäftsführer der Vinzenz Kliniken, hält diese Einschnitte für nicht umsetzbar: „Eine Halbierung ist für uns einfach undenkbar. Stadtrat Hacker kann das noch politisch korrigieren.“

Hackers Perspektive

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) blickt optimistisch auf die Verhandlungen mit der Vinzenz-Gruppe und erwartet eine Verbesserung der Versorgungssituation. Er betont, dass nicht die absolute Bettenzahl entscheidend sei, sondern die tatsächlich erbrachten Leistungen. Die Reduktion betreffe zudem nicht alle Abteilungen gleichermaßen – in manchen Bereichen sei sogar ein Ausbau vorgesehen.

In der orthopädisch-traumatologischen Gesamtversorgung sei lediglich eine geringfügige Verringerung von 1029 auf 1006 Betten geplant. Die finanzielle Situation der Wiener Krankenhäuser ist angespannt, mit erheblichen Budgetdefiziten.

Wachsender Bedarf

Schon jetzt sind mehr als 1000 Spitalsbetten nicht in Betrieb. In der kommenden Woche ist ein Gespräch mit Stadtrat Hacker angesetzt. Vinzenz Kliniken-Chef Potz verdeutlicht die Ernsthaftigkeit der Lage: „In das setzen wir jede Hoffnung.“

Der Bedarf an orthopädischen Behandlungen in Wien wächst kontinuierlich und wird sich Prognosen zufolge bis 2040 vervierfachen. Die Stadtregierung hat zwar angekündigt, bis 2040 fast alle Kliniken – mit Ausnahme der Klinik Floridsdorf – zu modernisieren, doch dem Investitionsprogramm fehlen bereits 450 Millionen Euro.

Die prekäre Situation der Krankenhäuser unterstreicht die Dringlichkeit der geplanten Maßnahmen.

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KO KOSMO-Redaktion
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