Bosnien und Herzegowina macht einen Sprung in der Verkehrsinfrastruktur: Der neue Autobahnabschnitt mit dem längsten Straßentunnel des Landes verkürzt Reisezeiten und erhöht die Sicherheit.
Ab heute steht Autofahrern in Bosnien und Herzegowina ein neuer, 11 Kilometer langer Autobahnabschnitt auf dem Korridor 5C zur Verfügung. Die Strecke verbindet Vranduk, Nemila und Poprikuse zwischen den Städten Zenica und Zepce und kann zunächst gebührenfrei befahren werden. Das von der Europäischen Union unterstützte Infrastrukturprojekt umfasst den 3,6 Kilometer langen Tunnel „Bosna“, der zum längsten Straßentunnel des Landes avanciert. Die technische Herausforderung des Projekts spiegelt sich darin wider, dass fast 4,6 Kilometer der Gesamtstrecke aus Brücken, Viadukten und Tunneln bestehen.
Nermin Niksic, Premierminister der Föderation BiH, unterstrich bei der Eröffnung die unmittelbaren positiven Auswirkungen solcher Infrastrukturprojekte auf den Alltag der Bevölkerung. Der 5,5 Kilometer lange Teilabschnitt Poprikuse–Nemila zählt zu den technisch anspruchsvollsten Bauvorhaben des gesamten Korridors 5C. Das Herzstück bildet der Tunnel Bosna, der früher unter dem Namen Golubinja bekannt war. Durch ihn können Verkehrsteilnehmer nun die gefährliche Engstelle in der Schlucht des Flusses Bosna umfahren, was die Reisezeit in den Norden des Landes deutlich verkürzt und die Verkehrssicherheit erhöht.
Aktuelle Verkehrsführung
Wie das Portal BiznisInfo.ba berichtet, sind die beiden neuen Abschnitte zwischen Zenica und Zepce noch nicht direkt an die bestehenden Autobahnteile angeschlossen. Wer von Sarajevo nordwärts unterwegs ist, muss nach Zenica weiterhin auf die Hauptstraße ausweichen, da sich die Teilstücke Vranduk–Ponirak (5,3 km) und Ponirak–Vraca (3,5 km) noch im Bau befinden. Bei Nemila kann man dann auf die Autobahn auffahren, den neuen Abschnitt Nemila–Vranduk entlang des Flusses Bosna nutzen, den Tunnel Bosna durchqueren und muss anschließend wieder auf die Hauptstraße zurückkehren.
Baufortschritt
Der zweite Teilabschnitt Nemila–Vranduk erstreckt sich über 6,2 Kilometer. Nach aktuellen Informationen wird zunächst nur etwa zwei Drittel dieser Strecke für den Verkehr freigegeben, während der verbleibende Teil voraussichtlich im kommenden Jahr fertiggestellt wird. Die neuen Autobahnabschnitte werden die Verkehrssituation in Bosnien und Herzegowina spürbar verbessern und die Reisezeit von Sarajevo und dem Süden des Landes in Richtung Norden sowie zur EU-Grenze verkürzen.
Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben auf dem Korridor 5C, entlastet die stark frequentierte Hauptstraße M-17 und optimiert die Straßenverbindung zwischen Zenica und Zepce.