Karim El-Gawhary, seit über zwei Jahrzehnten Leiter des ORF-Büros in Kairo, steht möglicherweise vor dem Ende seiner Tätigkeit. Laut Berichten der „Kronen Zeitung“ soll der Vertrag des 63-jährigen Journalisten nicht verlängert werden. Der öffentlich-rechtliche Sender hält sich zu diesen Meldungen bedeckt und verweist darauf, dass man grundsätzlich keine Gerüchte kommentiere.
In einer knappen Stellungnahme ließ der ORF lediglich verlauten: „Alle aktuell vakanten Positionen im Bereich der ORF-Korrespondentenbüros sind mit den gestern bekanntgegebenen Bestellungen besetzt.“ Der in München geborene El-Gawhary prägt seit 2004 die Berichterstattung aus dem arabischen Raum und war der erste ständige ORF-Korrespondent in dieser Region.
Kritik und Anfeindungen
In seiner langjährigen Tätigkeit begleitete der mehrfach ausgezeichnete Journalist die tiefgreifenden Umwälzungen im Nahen Osten. In jüngster Zeit sah sich El-Gawhary verstärkt Anfeindungen auf sozialen Netzwerken wie X ausgesetzt, wo ihm eine zu kritische Berichterstattung über Israel vorgeworfen wurde.
ORF-Personalrochaden
Parallel dazu gab der ORF am Mittwoch mehrere Personalentscheidungen für seine Auslandsbüros bekannt. Cornelia Primosch wechselt zum 1. Juli von Paris nach Belgrad. Christian Wehrschutz wird bis zu seinem Ruhestand Ende 2026 weiterhin aus der Ukraine berichten.
Für das Moskauer Büro wurde Carola Schneider als Leiterin ernannt, die ab 1. Jänner dorthin zurückkehrt, nachdem ihr 2024 die Akkreditierung entzogen worden war.
El-Gawhary, der für seine journalistische Arbeit vielfach Anerkennung erhielt, hatte als Pionier die ORF-Berichterstattung im arabischen Raum etabliert.