Ein Mann aus Baden-Württemberg wurde verhaftet, nachdem ihm vorgeworfen wird, schweren sexuellen Kindesmissbrauch über Livestream-Übertragungen angeordnet zu haben. Die Ermittler konnten den Verdächtigen identifizieren, als philippinische Behörden ein kriminelles Netzwerk aushoben, das kostenpflichtige Livestreams mit schweren sexuellen Übergriffen auf Kinder anbot. Die betroffenen Minderjährigen im Alter zwischen zwei und 13 Jahren wurden inzwischen in Obhut genommen.
Der deutsche Staatsangehörige steht unter Verdacht, sexuelle Gewalt an Kindern auf den Philippinen beauftragt zu haben. Er soll die Übergriffe über einen längeren Zeitraum per Livestream verfolgt und nach seinen Vorgaben gelenkt haben. Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg in Karlsruhe bestätigte die Festnahme des Mannes, der sich mittlerweile in Untersuchungshaft befindet.
Laufende Ermittlungen
Bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmten Spezialeinheiten verschiedene digitale Speichermedien, darunter sein Mobiltelefon und seinen Computer. Diese Geräte werden derzeit forensisch untersucht. Zur Höhe der Geldsumme, die der Verdächtige zwischen 2018 und 2023 für die Livestreams bezahlte, machte das Cybercrime-Zentrum keine Angaben. Auch zur Person des Verdächtigen wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Nach aktuellem Ermittlungsstand war der Mann den Strafverfolgungsbehörden bislang nicht aufgefallen.
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Missbrauchsform erklärt
Die Straftaten fallen in die Kategorie des sogenannten Live Distance Child Abuse. Bei dieser Form des Missbrauchs übertragen Täter sexuelle Handlungen an Minderjährigen gegen Bezahlung in Echtzeit. Die Auftraggeber beobachten das Geschehen über Webcams und erteilen Anweisungen, welche Handlungen die Kinder und Jugendlichen vor der Kamera ausführen müssen oder welche Übergriffe an ihnen verübt werden sollen.
Das Spektrum reicht von erzwungenen Posen vor der Kamera bis hin zu sadistischen Übergriffen und sexuellem Missbrauch durch andere Personen.
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