Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Schicksalsschlag

28-Jährige gefangen im eigenen Körper – Rollstuhl als letzte Hoffnung

28-Jährige gefangen im eigenen Körper – Rollstuhl als letzte Hoffnung
(istockphoto: me cfs)
4 Min. Lesezeit |

Seit ihrer Kindheit kämpft Lisa aus Klosterneuburg gegen ME/CFS. Ein innovativer Rollstuhl könnte ihr mehr Selbstständigkeit schenken – doch die Finanzierung steht auf wackligen Beinen.

Selbständigkeit und Kraft bedeuten für die 28-jährige Lisa aus Klosterneuburg (Niederösterreich) weit mehr als Luxus – sie sind Grundbedürfnisse, die ihr seit frühester Kindheit verwehrt bleiben. Im Jahr 2020 erhielt sie die Diagnose Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS). Alltägliche Freuden wie Arbeit, Studium, spontane Treffen mit Freunden oder einfach nur Sonnenstrahlen auf der Haut zu genießen, sind für sie unerreichbar geworden. Dennoch bewahrt sie sich einen Funken Hoffnung: „Ich will so sehr daran glauben, dass ich eines Tages studieren gehen kann, aber jeden Tag ist es ein Kampf und eine Entscheidung fürs Leben, diese Hoffnung nicht aufzugeben,“ vertraut sie im Gespräch an.

Die gesundheitlichen Probleme begleiten Lisa seit ihrer frühesten Erinnerung. „Ich hatte schon, seit ich denken kann, Symptome und war nie wirklich ausgeschlafen oder schmerzfrei“, berichtet sie. Eine dramatische Verschlechterung ihres Zustands trat mit Beginn der Pubertät und einer Schweinegrippe-Erkrankung ein, während die Corona-Pandemie ihre Situation nochmals drastisch verschärfte. Mittlerweile ist die junge Frau auf permanente Pflege angewiesen und bewegt sich vorwiegend im Rollstuhl fort. „Chronisch krank zu sein ist ein unbezahlter Vollzeitjob – ohne Urlaub“, fasst sie ihre Lebenssituation zusammen.

Für die 28-Jährige existiert kein strukturierter Tagesablauf. Jeder Morgen beginnt mit der Frage, wie viel Energie ihr heute zur Verfügung steht. An besonders schweren Tagen beschreibt Lisa ein Gefühl völliger Erschöpfung – als hätte jemand ihren Körper von jeglicher Energie befreit: „Man fühlt sich in seinem eigenen Körper gefangen.“

Besonders belastend empfindet Lisa den Rückblick auf ihr früheres Leben. Mit Auszeichnung bestand sie die Matura, zeigte besondere Begabung in Mathematik und schmiedete zahlreiche Zukunftspläne. „Ich vermisse mein altes Ich“, teilt sie auf Instagram mit, „damals habe ich alle Anzeichen für einen Mega-Crash ignoriert – der kam dann auch nach der Matura und hat alles für immer verändert.“

Mobilitätseinschränkungen

Seit 2019 benötigt Lisa einen elektrischen Rollstuhl für ihre Mobilität. Ihr aktuelles Modell weist jedoch gravierende Sicherheitsmängel auf, besonders bei Nässe wird die Nutzung zum Risiko. Sie erinnert sich an einen beängstigenden Vorfall: „Einmal wäre ich fast einen Hang herabgestürzt, hätte mich mein Bruder nicht eingeholt und festgehalten.“ Seitdem bin ich nicht mehr in meiner Heimatstadt am Buchberg spazieren gefahren, obwohl ich den Ausblick liebe und die Wanderwege quasi vor der Tür sind.“

Ein neuartiges Rollstuhlmodell könnte Lisas Lebensqualität erheblich verbessern. Das innovative Gefährt verfügt über eine fortschrittliche Federung, die ihre instabile Halswirbelsäule entlastet und ihr deutlich mehr Sicherheit bietet. Das integrierte Antikollisionssystem würde wertvolle Energiereserven schonen – ein entscheidender Faktor bei ME/CFS. „Ich könnte endlich wieder ohne Begleitung mit meiner Assistenzhündin spazieren gehen“, erklärt Lisa. Auch im häuslichen Umfeld würde sie deutlich autonomer werden, da sie derzeit bei jeder Türschwelle auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Finanzielle Hürden

Die Hürde: Der fortschrittliche Rollstuhl kostet rund 6.000 Euro, ohne jegliche Unterstützung durch die Krankenkasse. Lisa erklärt: „Die Krankenkasse zahlt nichts, weil der Rollstuhl ganz neu ist und noch in keinem Hilfsmittelkatalog steht. So einen innovativen selbstfahrenden Rollstuhl gab es bis jetzt nicht.“ Ein zeitlicher Druck kommt hinzu: Nur wenn sie bis April die nötige Summe aufbringen kann, bleibt der Frühbucher-Rabatt erhalten. Danach steigt der Preis erheblich.

Obwohl es ihr schwerfällt, um Unterstützung zu bitten, sieht sie keine Alternative. „Denkt euch, ihr ladet mich auf einen Kaffee ein“, schreibt Lisa in ihrem Spendenaufruf. „Aber noch viel wichtiger: ihr schenkt mir mehr (Schmerz-)Freiheit und Selbständigkeit!“ Spenden für Lisas neuen Rollstuhl können an folgendes Konto gerichtet werden: Kontoinhaber: Pfarre Weidling, IBAN: AT18 3288 0000 0443 0005, Kennwort: Rollstuhl.

Alternativ ist auch eine Unterstützung über GoFundMe möglich: https://www.gofundme.com/f/mehr-schmerzfreiheit-mit-meinem-neuen-rollstuhl

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen