Wenn es ein österreichisches Unternehmen gibt, für das das Kalenderjahr 2025 ein besonders erfolgreiches Jahr war, dann wird es wohl die Steyr Motors AG sein. Der einheimische Motorenhersteller konnte seine Auftragslage im ersten Quartal des Jahres um knapp ein Viertel steigern. Dieses Rekordjahr ist auf die deutlich gestiegene Nachfrage aus dem militärischen Verteidigungssektor zurückzuführen, der deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes der ersten neun Monate in Höhe von beachtlichen 34,4 Millionen Euro ausmachte.
Zu den größten Aufträgen aus dem Verteidigungsbereich von Steyr Motors zählen die kanadische Armee und die US Navy Seals, die auch mit BAE Systems und Rheinmetall Lieferverträge abgeschlossen haben. Als wären diese Verkaufszahlen nicht schon beeindruckend genug, so stieg das Unternehmen mit seinem Firmenhauptsitz im oberösterreichischen Steyr im vergangenen Monat in den Markt für mobile Energieerzeugung ein – ein Segment, das bis 2030 voraussichtlich über 100 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen generieren soll.
Steyr Motors hat außerdem zwei bedeutende Vertriebsverträge bekannt gegeben, die das Unternehmen zu einem wichtigeren Akteur im Bereich der kundenspezifischen Motorenbelieferung in Großbritannien und in Griechenland machen werden. Neue Zulieferverträge wurden mit dem britischen Schiffsmaschinenbauunternehmen Golden Arrow Marine und dem griechischen Automobilhändler Petros Petropoulos AEBE unterzeichnet, jeweils mit einem Mindestauftragswert von rund 5 Millionen Euro.
Die Vereinbarung mit Golden Arrow Marine tragen zur Absatzsteigerung in Großbritannien bei
Golden Arrow Marine bringt über 90 Jahre Erfahrung in der Schifffahrt in die Verbindung ein. Das 1935 gegründete Unternehmen mit Sitz in Poole an der Südküste Englands betreibt fünf Standorte entlang der britischen Küste. Mit seiner Expertise in den Bereichen Landesverteidigung, Freizeit und kommerzielle Schifffahrt zählt es zu den erfahrensten Akteuren auf dem britischen Markt.
Dank der Partnerschaft profitieren Steyr Motors-Kunden in Großbritannien nun von schnellerem Service und besserer regionaler Unterstützung. Golden Arrow Marine betreibt Servicezentren und mobile Teams in ganz Großbritannien und auch international und verfügt das Unternehmen über eine Werft, deren Kräne Schiffe bis zu 45 Tonnen Kapazität heben können.
„Mit Golden Arrow Marine verbessern wir die unsere Servicequalität, die Reaktionsgeschwindigkeit und die regionale Nähe für unsere britischen Kunden. Die wachsende Nachfrage auf dem britischen Markt erfordert eine starke, lokal verankerte Struktur“, so Julian Cassutti, der CEO von Steyr Motors. Die unterzeichneten Verträge beinhalten Schiffsantriebssysteme und ein umfassendes Ersatzteilgeschäft, sodass britische Kunden bei Wartungsarbeiten an ihren Motoren stets ausreichend mit Materialien versorgt sind.

Steyr wird mit Petropoulos nun offiziell zu einem Player am griechischen Markt
Die Steyr Motors AG hat zwar bereits schon vor Jahren Motoren in Griechenland verkauft, hatte dort aber bisher keinen offiziellen Partner. Das ändert sich nun mit der Petros Petropoulos AEBE, einem griechischen Industrie- und Technologieunternehmen, das im Jahr 1922 gegründet wurde. Das börsennotierte Unternehmen ist in den Bereichen Automobil, Energie, Industrieausrüstung, Schifffahrt und ebenfalls Landesverteidigung tätig und zählt damit zu den etabliertesten Technologiekonzernen des NATO-Bündnispartners Griechenland.
Die Partnerschaft mit dem griechischen Unternehmen entspricht in ihrem finanziellen und liefertechnischen Umfang dem Vertrag mit Großbritannien. Petros Petropoulos übernimmt die Schiffsantriebe und den Vertrieb von Ersatzteilen und bietet Steyr Motors-Kunden in Griechenland lokale Ansprechpartner für deren technischen Support und Service. Wartezeiten auf Teilelieferungen aus Österreich oder die Kommunikation mit weit entfernten Supportteams gehören nun schlussendlich der Vergangenheit an.
Alles findet nun vor Ort statt. Auch der Zeitpunkt ist ideal gewählt, denn Griechenland verfügt über eine bedeutende Schifffahrtsindustrie, und die Steyr Motors AG möchte an diesem Markt wirtschaftlich teilhaben. Mit einem Partner wie Petropoulos, der über ein umfangreiches Netzwerk in den verschiedenen Branchen verfügt, in die Steyr auch Motoren liefern könnte, eröffnen sich neue strategische Möglichkeiten.

Ein neuer Markt: die mobile Stromerzeugung
Letzten Monat sorgte Steyr Motors mit der Einführung der M12 Power Unit für eine weitere Überraschung und stieg damit in den Markt für mobile Stromerzeugung ein. Das Produkt liefert 32 kVA Leistung bei einem Gewicht von nur 600 Kilogramm und setzt damit neue Maßstäbe in puncto Effizienz und Leistungsfähigkeit. Der oberösterreichische Konzern nutzte dafür einen Motor, den das Unternehmen bereits seit Jahren in Hilfsaggregaten für schwere Militärfahrzeuge einsetzt – die Technologie ist also im Grunde genommen nicht neu.
Neu ist allerdings, dass sich die M12PU nun mit Schwergewichten wie Caterpillar, Cummins und MTU konkurriert, doch die Firmenverantwortlichen sind davon überzeugt, dass die leichtere und kompaktere Bauweise für einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil sorgen wird. Zudem setzt das Unternehmen auf sein seit Jahrzehnten bestehendes Vertriebsnetz, um Cross-Selling-Potenziale bei Bestandskunden zu nutzen, die sowohl Motoren als auch mobile Stromversorgungslösungen benötigen.
Weitere Angebote für die lokalen Steyr-Automobile
Bereits im Juni unterzeichnete Steyr Automotive einen Vertrag mit dem chinesischen Produzenten SuperPanther, der auf die Produktion von Elektro-Lkw für den europäischen Markt abzielt. Dank dieses Abkommens könnten zukünftig Tausende von Elektro-Lkw in Österreich vom Band rollen.
Chinesische Automobilhersteller drängen in den letzten Jahren vermehrt mit wettbewerbsfähigen Preisen und moderner Technologie auf den europäischen Markt, doch die EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge haben diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber der Clou dabei: eine Produktion dieser Fahrzeuge in Österreich würde diese Zölle vollständig umgehen. SuperPanther plant, bis 2030 bis zu 16.000 Elektro-Lkw in Europa zu verkaufen; hierfür soll die Produktion bereits im nächsten Jahr anlaufen.
Diese Lastkraftwagen werden mit zwei Achsen ausgestattet sein, die im Gegensatz zur dreiachsigen Ausführung stehen, die SuperPanther in China baut. Dies entspricht den Anforderungen europäischer Straßen, und Steyr kennt den lokalen Markt wie kein anderer. Obwohl keine finanziellen Details bekannt gegeben wurden, berichten lokale Zeitungen und überregionale Medien, dass der Auftrag einen Wert in Millionenhöhe haben könnte, da europäische Interessenten nach Alternativen zu Diesel-Lkw suchen.
Eine Schlussbetrachtung – Warum neue Märkte und Partner ein Glücksfall für die Steyr Motorenwerke sind
Wie in vielen Branchen lohnt es sich immer, Partnerschaften einzugehen, aber auch zu überprüfen, um die besten und lukrativsten Angebote zu finden, insbesondere beim Eintritt in neue Märkte. Unicorn-Startups wie Spotify beispielsweise verdanken ihren Erfolg der Unterstützung von Partnern wie Uber und Starbucks. Clevere Unternehmen wissen, dass sie oft erstklassige Angebote von den besten Online Casinos in Österreich oder großen Gaming-Plattformen wie PlayStation erhalten. Auch die Steyr Motors AG hat seine Hausaufgaben gemacht, und die neuen Vereinbarungen positionieren das Unternehmen an der Spitze der beiden jeweiligen Märkte.
Golden Arrow Marine betreut bereits einige der größten europäischen Automobilmarken, darunter Volvo Penta, Perkins und Steyrs ehemaligen Schwesterkonzern MAN. Petros Petropoulos AEBE wiederum ist in nahezu allen Automobilsektoren tätig, in denen Steyr Motoren liefert. Wenn alles nach Plan läuft, könnte Steyr den Mindestvertragswert von 5 Millionen Euro, der in den beiden neuen Vereinbarungen vereinbart wurde, um ein Vielfaches toppen.