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Ernährungstrend

Eiweiß-Boom in Österreich: Was hinter dem Protein-Hype steckt

Eiweiß-Boom in Österreich: Was hinter dem Protein-Hype steckt
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Proteinriegel, Joghurts und Puddings mit Extra-Eiweiß landen bei jedem dritten Österreicher wöchentlich im Einkaufskorb. Die Motive überraschen selbst Experten.

Protein-Produkte erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit, wie eine aktuelle IMAS-Erhebung belegt. Die am Freitag publizierten Umfrageergebnisse basieren auf persönlichen Interviews mit 1.008 Personen ab 16 Jahren. Die Studie zeigt, dass das Geschlecht kaum Einfluss auf den Konsum hat, während Alter und Bildungsgrad deutliche Unterschiede aufweisen. Jüngere Bevölkerungsgruppen und Menschen mit höherem Bildungsabschluss konsumieren diese Produkte häufiger als ältere oder formal weniger gebildete Personen.

Die Erhebung offenbart, dass jeder dritte Österreicher mindestens wöchentlich zu proteinreichen Riegeln, Joghurts oder Puddings greift. Acht Prozent der Befragten konsumieren diese Produkte sogar täglich, während 37 Prozent angeben, nie eiweißangereicherte Lebensmittel zu kaufen. In Bezug auf die gesundheitliche Bewertung halten 35 Prozent der Befragten diese Produkte für gesundheitsfördernd, während ein Viertel sie als ungesund einstuft. Erwartungsgemäß fällt das Urteil bei regelmäßigen Konsumenten deutlich positiver aus: 70 Prozent dieser Gruppe schreiben den Produkten gesundheitliche Vorteile zu, nur sechs Prozent bewerten sie negativ.

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Konsumgründe

Die Gründe für den Konsum sind vielfältig, wie die IMAS-Befragung unter regelmäßigen Nutzern zeigt. Fast die Hälfte (48 Prozent) schätzt die Produkte als praktischen Snack für zwischendurch, dicht gefolgt vom Geschmacksargument mit 47 Prozent. Etwa ein Drittel (31 Prozent) greift zu den Eiweißprodukten, um länger satt zu bleiben. Gesundheitliche Aspekte folgen mit 30 Prozent erst an vierter Stelle der Motivationsgründe.

Aus Gewohnheit konsumieren 29 Prozent diese Lebensmittel, während 24 Prozent sich davon Unterstützung beim Muskelaufbau oder Training versprechen. Nur 13 Prozent nutzen sie im Rahmen einer Diät. Bei der Frage nach dem Einfluss von Ernährungstrends wie „high protein“, „low carb“ oder „vegan“ auf das Einkaufsverhalten zeigt sich die Bevölkerung gespalten: 33 Prozent räumen eine Beeinflussung ein, 38 Prozent verneinen diese.

Kritische Betrachtung

Nach EU-rechtlichen Vorgaben darf ein Produkt als „Proteinquelle“ vermarktet werden, wenn Eiweiße mindestens zwölf Prozent der enthaltenen Nährstoffe ausmachen. Die Bezeichnung „High Protein“ ist ab einem Eiweißanteil von 20 Prozent zulässig, erläutert Indra Kley-Schöneich von Foodwatch Österreich. Die Verbraucherschutzorganisation weist kritisch darauf hin, dass Proteinriegel häufig stark verarbeitete Produkte sind, die Proteinpulver, Süßungsmittel und diverse Zusatzstoffe enthalten.

Bei Joghurts und Puddings werde oft kostengünstiges Molkepulver beigemischt, um den Eiweißgehalt künstlich zu erhöhen und damit höhere Preise zu rechtfertigen.

Foodwatch betont, dass herkömmliche Milchprodukte bereits von Natur aus eiweißreich sind und selbst Sportler ihren Proteinbedarf durch eine ausgewogene Ernährung problemlos decken könnten.

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KO KOSMO-Redaktion
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