Ein unscheinbares Reptil revolutioniert die Pharmaindustrie: Aus dem Gift der Gila-Krustenechse entstand ein Milliarden-Business, das den Markt für Diabetes- und Abnehmmittel auf den Kopf stellt.
Von der Wüstenechse zum Pharma-Blockbuster: Eine unerwartete Erfolgsgeschichte begann mit dem Speichel der nordamerikanischen Gila-Krustenechse, der sich als Goldgrube für die Pharmaindustrie entpuppte. Im giftigen Sekret des unscheinbaren Reptils entdeckten Wissenschaftler in den 1990er-Jahren das Peptid Exendin-4, das dem menschlichen Darmhormon GLP-1 ähnelt, jedoch eine deutlich längere Wirkdauer im Blutkreislauf aufweist.
Medizinischer Durchbruch
Aus dieser Entdeckung entwickelten Forscher Exenatid, eine synthetische Variante des Echsen-Peptids, die 2005 als Medikament zugelassen wurde. Das Präparat etablierte sich rasch in der Behandlung von Typ-2-Diabetes. In der Folge entstand eine zweite Generation von Wirkstoffen, darunter Semaglutid, das nicht nur den Blutzuckerspiegel reguliert, sondern zusätzlich appetitzügelnd wirkt und die Magenentleerung verlangsamt.
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Wirtschaftlicher Erfolg
Der wirtschaftliche Durchbruch dieser Medikamente spiegelt sich in beeindruckenden Zahlen wider. Wie die „Bild“ berichtet, vervielfachten sich die Ausgaben für diese Präparate in den USA von 13,7 Milliarden Dollar im Jahr 2018 auf 71,7 Milliarden Dollar im Jahr 2023.
Den Löwenanteil dieses Marktwachstums machen dabei Semaglutid-haltige Produkte wie Ozempic und Wegovy aus.