Betrug, Hormongaben bis zum Zusammenbruch, tiefe Depression – Simonida Milojkovic hat alles verloren und daraus etwas Unerwartetes gemacht.
Simonida Milojkovic ist in Serbien eine bekannte literarische Stimme – doch hinter dem öffentlichen Bild verbirgt sich eine Geschichte voller Schmerz, Verlust und mühsam erkämpfter innerer Ruhe. In einem offenen Lebensgeständnis für das Portal *Kurir* sprach die Schriftstellerin über die dunkelsten Kapitel ihres Lebens: den langen, zermürbenden Weg zur Mutterschaft, einen tiefen Verrat in der Ehe und den Absturz in die Depression – sowie über das, was sie am Ende daraus gemacht hat.
Jahrelang versuchte Milojkovic, ein Kind zu bekommen, und unterzog sich mehrfach einer künstlichen Befruchtung. Ausgerechnet beim zweiten Versuch erlebte sie den schwersten Einschnitt ihres Lebens: Sie erfuhr, dass ihr damaliger Ehemann sie die ganze Zeit über betrogen und eine Parallelbeziehung geführt hatte. Was sie dabei am meisten verletzte, war nicht allein der Verrat an sich – sondern dass er ihr die Wahrheit verschwiegen hatte, während sie sich körperlich und seelisch den Belastungen der Hormonbehandlungen aussetzte.
Den höchsten Preis, so sagt sie selbst, habe sie für die Scheidung bezahlt. Das Sprichwort „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“ kennt sie – doch sie ergänzt es mit bitterer Ehrlichkeit: Diese Erfahrung habe sie tatsächlich „verkrüppelt“.
Glaube als Therapie
Die Folgen des jahrelangen Ringens um Nachkommen hinterließen tiefe Spuren. Die massiven Hormongaben, die der Prozess erforderte, schadeten ihrer Gesundheit nachhaltig. Dazu gesellte sich eine schwere Depression, die sie nach eigenen Worten in eine regelrechte „Hölle“ zog.
„Anfangs litt ich sehr darunter, keine Kinder zu haben, und jahrelang versuchte ich, schwanger zu werden – ich habe so viele Hormone genommen, dass ich meine Gesundheit dabei ernsthaft ruiniert habe“, erzählte sie. „Aber mit der Zeit habe ich das als Gottes Vorsehung angenommen. Wer weiß, wovor er mich bewahrt hat. Denn nicht alle Kinder bringen ihren Eltern Glück – viele machen ihre Väter und Mütter unglücklich, manche erheben sogar die Hand gegen sie.“
„So habe ich es akzeptiert, und heute empfinde ich keinerlei Bedauern darüber, keine Nachkommen zu haben. Ich glaube, dass Gott mir das gibt, was das Beste für mich ist. In der Kirche habe ich Frieden, Freude, Trost und Sinn gefunden. Die Orthodoxie ist eigentlich eine erstklassige Psychotherapie – wir werden durch sie bessere Menschen. Heute bin ich Gott sogar dankbar für die Erfahrung der Depression. Nach dieser Hölle schätze und liebe ich das Leben viel mehr und freue mich über jeden einzelnen Tag. Ich bin toleranter und empathischer geworden. Ich verstehe menschliche Schwächen – weil ich sie selbst kenne.“
Klare Ansage
Was als Zusammenbruch begann, mündete für Milojkovic in eine tiefe innere Wandlung. Den Frieden, den sie so lange vergeblich anderswo gesucht hatte, fand sie schließlich im Glauben. Und ihrem Wesen nach kompromisslos, schloss sie in der Sendung „Magazin In“ mit einem Satz, der ihre Haltung zum Leben auf den Punkt bringt: „Wenn ich liebe, dann liebe ich – wenn nicht, packe ich die Koffer und gehe.“