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Seuchenwarnung

Tollwut breitet sich wieder aus: Warnung vor Reisen mit ungeimpften Haustieren

Tollwut breitet sich wieder aus: Warnung vor Reisen mit ungeimpften Haustieren
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Eine fast vergessene Krankheit meldet sich zurück – und diesmal näher an Österreich, als viele ahnen.

In mehreren europäischen Ländern verzeichnen Gesundheits- und Veterinärbehörden einen erneuten Anstieg von Tollwutfällen. Haustierbesitzer werden daher aufgefordert, den Impfstatus ihrer Tiere zu überprüfen – insbesondere vor Auslandsreisen oder bei der Einfuhr von Tieren nach Österreich. Obwohl die Krankheit in weiten Teilen Europas lange Zeit als weitgehend unter Kontrolle galt, zeigen aktuelle Auswertungen eine verstärkte Zirkulation des Virus in Mittel- und Osteuropa.

Besonders betroffen sind Regionen in der Nähe der Ukraine, Moldaus und Rumäniens. Französische Experten der Gesundheitsagentur ANSES haben darüber hinaus festgestellt, dass in der Region inzwischen zwei verschiedene Virusgruppen nachgewiesen wurden.

Ausbreitung in Europa

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Rumänien, wo im Jahr 2025 zahlreiche Fälle bei Tieren dokumentiert wurden – darunter bei Hunden, Rindern und Füchsen. Die europäische Tierseuchenüberwachung registrierte im selben Jahr insgesamt 366 Fälle klassischer Tollwut in mehreren Ländern sowie in der Türkei. Neben Rumänien und Moldau zählten auch Polen, die Türkei sowie einzelne Grenzregionen Ungarns und der Slowakei zu den betroffenen Gebieten.

Als wesentlicher Faktor für die erneute Ausbreitung gelten unterbrochene oder geschwächte Impfprogramme – vor allem bei Wildtieren wie Füchsen, die in vielen Ländern über ausgelegte Impfköder geschützt werden. Fachleute sehen zudem einen möglichen Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der die Kontrolle der Tierseuche in der Region erschwert haben dürfte.

Das Virus wird in der Regel durch Bisse oder Kratzer infizierter Tiere übertragen. Gelangt der Speichel eines erkrankten Tieres in eine offene Wunde oder auf Schleimhäute, kann eine Infektion des Menschen erfolgen. Sobald die Symptome einsetzen, verläuft die Erkrankung nahezu ausnahmslos tödlich.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) weist darauf hin, dass eine Impfung auch nach einem Biss noch wirksam sein kann – allerdings nur, wenn sie unverzüglich verabreicht wird. Ist die Krankheit erst ausgebrochen, existiert keine wirksame Therapie mehr. Im Jahr 2025 starb in Rumänien ein Mann infolge des Bisses eines streunenden Hundes – es war der erste autochthone Fall terrestrischer Tollwut beim Menschen in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum seit 2012.

Lage in Österreich

Für Österreich wird das aktuelle Risiko als gering eingestuft. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erinnert jedoch daran, dass das Land seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut ist und eine der größten Gefahren in der Wiedereinschleppung durch ungeimpfte Tiere aus Risikogebieten besteht. Hunde, Katzen und Frettchen sollten daher ausschließlich mit gültigem Impfschutz auf Reisen mitgenommen werden. Bei Hunden gilt der Tollwutimpfschutz erst 21 Tage nach der Erstimpfung als gültig – eine rechtzeitige Planung vor Reiseantritt ist daher unerlässlich.

Innerhalb der Europäischen Union ist zudem ein gültiger Heimtierausweis vorgeschrieben. Bei Einreisen aus bestimmten Nicht-EU-Ländern kann darüber hinaus ein Tollwut-Antikörpertest zur Pflicht werden.

Bei Hunden können Symptome wie Aggressivität, starker Speichelfluss oder Schluckbeschwerden auf eine Infektion hinweisen. Die Krankheit kündigt sich jedoch nicht immer auf diese Weise an: Auch Unruhe, ungewöhnliche Ängstlichkeit, sozialer Rückzug oder ein plötzlicher Interessenverlust können frühe Warnsignale sein.

Fledermäuse sollten grundsätzlich nicht berührt werden – insbesondere dann nicht, wenn sie sich auffällig zutraulich verhalten oder in Wohnräumen auftauchen.

In solchen Situationen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem Tierarzt oder der zuständigen Behörde.

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KO KOSMO-Redaktion
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