Zwanzig Jahre, 400.000 Kunden – und bald Geschichte: Eine Mobilfunkmarke verschwindet still in der Nacht.
Nach rund zwanzig Jahren auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt stellt A1 die Marke bob ein. Die seit Juli 2006 als eigenständige Marke aktive bob verschwindet damit nach rund zwei Jahrzehnten. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung des Konzerns: A1-Österreich-Chef Jiří Dvorjančanský will das Markenportfolio verschlanken und die Tariflandschaft grundlegend vereinfachen. Derzeit führt A1 mehr als 27.000 verschiedene Tarife – ein Aufwand, der sowohl intern als auch für die Kundschaft als nicht mehr zeitgemäß gilt.
Kundenübergang geplant
Im Gespräch mit der Krone versichert Dvorjančanský, dass bestehende Kundinnen und Kunden durch den Wechsel keine finanziellen Nachteile zu befürchten haben. Im Gegenteil: Mit der Umstellung auf A1 kämen Vorteile wie kostenloser 5G-Zugang sowie der Zugriff auf zahlreiche A1-Leistungen hinzu. Weder ein verpflichtender Tarifwechsel noch höhere Kosten seien geplant.
Die zuletzt rund 400.000 bob-Kunden werden in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli automatisch auf A1 migriert – ohne dass sie selbst aktiv werden müssen. Sie werden darüber informiert. Einzig die App wechselt: Statt der bisherigen bob-Anwendung kommt künftig die A1-App zum Einsatz.
Vereinfachungsstrategie
Ausschlaggebend für die Einstellung von bob war auch die zunehmende Überschneidung mit dem konzerneigenen Billiganbieter yesss, der nach wie vor erfolgreich am Markt operiert. Dvorjančanský bezeichnet die Abschaltung von bob als „ersten Schritt“ einer umfassenderen Vereinfachungsstrategie: „Vereinfachung, die Komplexität soll sinken“, so der A1-Chef.
Zum Konzernverbund zählen neben A1 und yesss auch Marken wie b.free, XOXO sowie virtuelle Anbieter (MVNOs), darunter Red Bull Mobile. Jede dieser Marken bringt eigene Prozesse, eigene Verwaltungsstrukturen und teils separate Vertriebswege mit sich. Während bob vom Markt genommen wird, investiert A1 gleichzeitig in den stationären Ausbau: Bereits zehn neue Shops wurden heuer eröffnet, bis Ende des Jahres sollen weitere zehn hinzukommen.