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Durchbruch

Magic Mushrooms bringen das Gehirn ins Chaos und ordnen es neu

Magic Mushrooms bringen das Gehirn ins Chaos und ordnen es neu
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Magic Mushrooms im Labor: Was Forscher in den Gehirnen der Probanden entdeckten, verändert den Blick auf psychedelische Therapien grundlegend.

Eine aktuelle australische Studie liefert neue Erkenntnisse über den Wirkstoff Psilocybin, der in sogenannten Magic Mushrooms vorkommt: Er verändert nicht nur die Aktivität im Gehirn, sondern bringt auch neue neuronale Ordnungsstrukturen hervor. Für die Behandlung von Depressionen und chronischen Schmerzen könnten diese Befunde weitreichende Konsequenzen haben. Australien hat Psilocybin bereits 2023 offiziell für die Therapie therapieresistenter Depressionen freigegeben – ein Schritt, der seinerzeit intensive Debatten auslöste. Inzwischen mehren sich positive Berichte aus der Praxis, und das Interesse anderer Länder an diesem Ansatz nimmt spürbar zu.

Verborgene Ordnung

Die University of Melbourne veröffentlichte die Ergebnisse einer über fünf Jahre angelegten Untersuchung, in deren Rahmen die Gehirnaktivität von 62 gesunden Erwachsenen unter dem Einfluss von Psilocybin erfasst wurde. Die Teilnehmenden wurden dabei in unterschiedlichen Situationen beobachtet – in Ruhephasen, beim Meditieren, beim Musikhören sowie während eines gemeinsamen Filmabends. Das zentrale Ergebnis: Psychedelika bringen zwar die gewohnten Gehirnnetzwerke durcheinander, erzeugen dabei jedoch gleichzeitig eine bislang verborgene Form von Ordnung. Devon Stoliker, Forscher an der Monash School of Psychological Sciences in Melbourne, beschrieb diesen Befund mit den Worten: „Wir haben inmitten dieser Störung eine verborgene Ordnung entdeckt.“

Wie sich die Gehirnmuster konkret gestalteten, hing dabei wesentlich von der jeweiligen Umgebung und dem Fokus der Probanden ab. Adeel Razi, leitender Autor der Studie, hielt fest: „Die Muster variierten, je nachdem, ob die Teilnehmenden ruhten, Musik hörten, meditierten oder einen Film ansahen.“ Daraus ergibt sich für therapeutische Anwendungen eine klare Schlussfolgerung: Der Kontext, in dem eine psychedelische Sitzung stattfindet, spielt eine entscheidende Rolle.

Klinische Konsequenzen

Razi verwies zudem auf die Bedeutung individuell messbarer Reaktionen für den klinischen Einsatz. „Bei einer Anwendung am Patienten könnte dies Klinikern letztlich helfen zu verstehen, wie jemand auf die Behandlung anspricht, und vorherzusagen, wer am ehesten davon profitieren wird.“ Bislang ist neben Australien lediglich Tschechien diesen Weg mitgegangen – doch angesichts der wachsenden positiven Erfahrungen aus Australien steigt das Interesse weiterer Staaten an einer ähnlichen Regulierung.

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KO KOSMO-Redaktion
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