Die Wirtschaftskammer Österreich setzt den Rotstift an – und das in einem Ausmaß, das kaum eine Abteilung unberührt lässt.
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat 200 Beschäftigte zur Kündigung angemeldet. In der gesamten Wirtschaftskammerorganisation arbeiteten im Jahr 2024 rund 4.740 Vollzeitbeschäftigte. Mit dem Betriebsrat wurde ein Sozialplan ausgehandelt, der freiwillige Abfertigungszahlungen vorsieht. Wie viele Mitarbeiter letztlich tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren werden, steht noch nicht fest – natürliche Fluktuation und andere einvernehmliche Lösungen könnten die Zahl der echten Kündigungen noch reduzieren.
Betroffen sind nahezu sämtliche Abteilungen der Organisation. Der Personalabbau ist Bestandteil eines umfassenderen Sparprogramms, das ab 2030 Einsparungen von jährlich 100 Millionen Euro bringen soll. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz hatte diese Maßnahmen bereits im Juni öffentlich angekündigt.
Hintergrund der Sparmaßnahmen: Die Wirtschaftskammer Österreich hatte ihre Kammerumlagen mit 1. Jänner 2024 um 12 Prozent gesenkt, wodurch die Einnahmen aus den Kammerumlagen im Jahr 2024 auf insgesamt 247,7 Millionen Euro zurückgingen und damit um 25,7 Millionen Euro geringer ausfielen als 2023.
Details zum Sozialplan
Der ausgehandelte Sozialplan geht über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinaus und sieht zusätzliche, freiwillige Abfertigungszahlungen vor. Deren Höhe richtet sich danach, wie gut die jeweiligen Betroffenen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt einschätzen können. Darüber hinaus werden über den Sozialplan auch Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen finanziert.
Betriebsratsvorsitzender Reinhard Kopf verwies darauf, dass „auch natürliche Fluktuationen, die bis 2030 stattfinden bzw. freiwillige andere Lösungen berücksichtigt werden“. Die Höhe der freiwilligen Abfertigungszahlungen hänge davon ab, „wie leicht dieser am Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen kann“.