Neue Jobs, frisches Kapital und eine Handelskammer: Die Republika Srpska rückt für israelische Unternehmen zunehmend in den Fokus.
Israelische Investoren zeigen wachsendes Interesse an der Republika Srpska. Im Mittelpunkt steht derzeit ein Projekt in Gradiška, das mit einem Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro rund 160 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Das Ministerium für Wirtschaft und Unternehmertum der Republika Srpska wirbt aktiv um ausländisches Kapital – besonders aus Israel.
Wirtschaftsminister Radenko Bubic erläuterte, worum es bei der Investition in Gradiška konkret geht: „Es handelt sich um die Produktion von Sanitärausstattung für Badezimmer – Duschkabinen, Badewannen, Waschbecken und ähnliche Produkte.“ Die Vorbereitungen seien bereits angelaufen, so Bubic weiter: „Sie haben mit der Herrichtung der Räumlichkeiten begonnen, und ich gehe davon aus, dass die Produktion inzwischen ebenfalls aufgenommen wurde.“ Für die entstehenden Arbeitsplätze werden Gehälter von bis zu 2.000 Konvertible Mark und mehr angepeilt. Damit lägen die Löhne deutlich über dem Durchschnittsgehalt in der Republika Srpska von 1.404 Konvertiblen Mark (2024) und mehr als doppelt so hoch wie der gesetzliche Mindestlohn von 900 Konvertiblen Mark.
Israelische Investoren
Neben der verarbeitenden Industrie gilt das Interesse israelischer Unternehmen auch dem IT-Sektor. Bubic betonte, dass derartige Investitionen nicht nur Kapital in die Region brächten, sondern auch modernes technologisches Know-how. Für besonders relevante Vorhaben stünden eigens konzipierte Förderinstrumente bereit: „Wir verfügen über spezielle Anreize für Investitionen, die von allgemeinem Interesse sein können“, so der Minister.
Ein weiterer Schritt in der Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen ist die Gründung der Wirtschaftskammer Israels in der Republika Srpska, die heute in Banja Luka eröffnet wird. Die neue Institution soll als institutionelle Brücke zwischen beiden Seiten fungieren und den Austausch vor allem in den Bereichen IT und verarbeitende Industrie fördern.
Langfristiges Potenzial
Langfristig sieht das Ministerium besonderes Potenzial in der Metallverarbeitung sowie der Lebensmittelindustrie.
Parallel dazu laufen bereits Gespräche mit Investoren aus weiteren Ländern.