Ein verurteilter Kriegsverbrecher, ein letzter Wille – und eine Beisetzung, die bereits jetzt die Gemüter erhitzt.
Ratko Mladic, der wegen Völkermords und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte frühere Militärchef der bosnischen Serben, soll am 7. September auf dem Topcider-Friedhof in Belgrad beigesetzt werden. Dort liegt seine Tochter Ana begraben, die 1994 Suizid beging. Bereits am 5. September findet um 12 Uhr eine Gedenkveranstaltung im Belgrader Dom Vojske (Armeehaus) statt.
Am Morgen des Begräbnistages wird der Leichnam von 9 bis 12.30 Uhr in der Kirche Sveti Luka in Belgrad-Vidikovac aufgebahrt.
Letzter Wille
Der Wunsch, an der Seite seiner einzigen Tochter zu ruhen, soll Mladics ausdrücklicher letzter Wille gewesen sein. Seine Witwe Bosiljka Mladic bestätigte: „Es sei der letzte Wunsch ihres Mannes gewesen, neben dem gemeinsamen Kind zu ruhen.“ Ana Mladic nahm sich im Alter von 23 Jahren das Leben, wobei sie eine Waffe ihres Vaters verwendete. Die Hintergründe ihres Suizids sind bis heute nicht abschließend geklärt.
Staatliche Ehrungen
Offen bleibt unterdessen die Frage, ob die Beisetzung mit militärischen oder staatlichen Ehren verbunden sein wird. Serbiens Justizminister Nenad Vujic ließ verlauten, Mladic werde jene Ehrungen erhalten, die ihm zustehen könnten. Diese Ankündigung hat in Bosnien und Herzegowina umgehend Debatten ausgelöst.
In Bosnien und Herzegowina wurde die Ankündigung einer Beisetzung Mladićs mit staatlichen Ehren von Vertretern der Föderation Bosnien und Herzegowina kritisiert.
Der Völkermord von Srebrenica, für den Mladic verurteilt wurde, bleibt eines der sensibelsten politischen Themen der gesamten Region.