Ein technischer Ausfall legt Italiens Luftraum lahm – und ein drohender Streik könnte die Lage weiter zuspitzen.
Am Freitag kam es in Italien zu erheblichen Turbulenzen im Flugbetrieb. Auslöser war eine technische Störung im Datenübertragungsnetz der staatlichen Flugsicherungsbehörde ENAV, die landesweit zu Verspätungen und Flugausfällen führte. Wie das Luftfahrtanalyseunternehmen Cirium mitteilte, wurden bis zum Vormittag insgesamt 192 Flüge gestrichen.
Die Pünktlichkeitsrate an italienischen Flughäfen lag im Schnitt bei lediglich 31 Prozent – an den Drehkreuzen Mailand-Malpensa und Rom-Fiumicino fiel die Bilanz mit 25 beziehungsweise 28 Prozent pünktlicher Abflüge noch deutlich schlechter aus.
ENAVs Notfallmaßnahmen
Die ENAV reagierte auf den Ausfall mit vorübergehenden Kapazitätsbeschränkungen und konnte mithilfe eines sekundären Satellitennetzes rund 75 Prozent der operativen Flughafenkapazität wiederherstellen. Die Flughäfen in Rom und Mailand riefen Reisende dazu auf, sich auf mögliche Verzögerungen einzustellen und direkt Kontakt zu ihren jeweiligen Fluggesellschaften aufzunehmen.
Drohender EasyJet-Streik
Zu der ohnehin angespannten Lage könnte ein zusätzlicher Belastungsfaktor hinzukommen: Ein 24-stündiger Streik des Kabinenpersonals der Billigfluglinie EasyJet droht, die Situation weiter zu verschärfen.
Besonders betroffen wäre davon die BKS-Diaspora (bosnisch-kroatisch-serbische Gemeinschaft) in Italien und Österreich, die auf einen störungsfreien Flugverkehr angewiesen ist.