Eine Wiener Strandbar, 20 Jahre lang ein ruhiger Treffpunkt – doch dieser Sommer hat alles verändert.
In der Auerhahns Strandbar am Hubertusdamm in Wien-Floridsdorf kam es in den vergangenen Wochen zu einer Reihe von Vorfällen, die das Personal und die Betreiberin nachhaltig verunsichert haben. Jugendliche und junge Erwachsene sorgten dort im Laufe des Sommers wiederholt für Angst und Ärger. Betreiberin Renate Z., die das Lokal seit fast 20 Jahren führt, zieht eine ernüchternde Bilanz: „Ich hatte hier noch nie Angst, das hat sich diesen Sommer geändert.“
Bedrohungen & Sachschaden
Besonders schwerwiegend war ein Vorfall, bei dem eine Kellnerin von einem Jugendlichen bedroht wurde. Laut ihrer Schilderung kündigte dieser an, sie „abzustechen“. Darüber hinaus wurden Aschenbecher und Polster geworfen.
Kellnerin Uschi berichtet, dass Jugendliche auf Hinweise des Personals mit Aussagen wie „Ich sitze, wo ich will.“ reagierten. Sie fasst die Lage so zusammen: „Es ist jetzt leider nicht mehr angenehm, in die Arbeit zu kommen.“ Die Wiener Polizei bestätigt mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Drohung und Diebstahl und führt Ermittlungen gegen vier unbekannte Täter.
Der durch zerstörte Loungemöbel entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 1.600 Euro. Als Konsequenz aus den Vorfällen ließ die Strandbar eine Videoüberwachungsanlage installieren.
Politische Reaktion
FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp brachte die Ereignisse in Verbindung mit einem in der Nähe gelegenen Asylheim – ohne dafür Belege vorzulegen. Er fordert ein entschlosseneres Vorgehen der Stadt: „Die Stadt muss hier endlich hart durchgreifen.“