Impftermin, aber kein Impfstoff: In der Steiermark spitzt sich die Versorgungslage zu und das Gesundheitspersonal steht im Kreuzfeuer.
In der Steiermark herrscht derzeit ein spürbarer Engpass bei Grippe-Impfstoffen. Besonders betroffen sind Kinder unter zwei Jahren sowie Erwachsene im Alter zwischen 18 und 59 Jahren.
Der elektronische Impfshop des Gesundheitsministeriums weist für diese Altersgruppen in der Steiermark aktuell keine verfügbaren Dosen aus. Während Kinder zwischen zwei und 18 Jahren sowie Personen ab 60 Jahren in Graz nach wie vor mit Impfstoff versorgt werden können, zeigt das System für die übrigen Gruppen entweder „Aktuell nicht verfügbar“ oder einen Lagerstand von null Dosen an.
Ungleiche Verteilung
Innerhalb der Steiermark offenbart sich zudem ein deutliches Ungleichgewicht bei der Verteilung der vorhandenen Impfstoffe: Öffentliche Impfstellen sind teilweise besser versorgt als niedergelassene Arztpraxen. Alexander Moussa, der die niedergelassenen Ärzte vertritt, zeigt sich darüber offen irritiert: „Das ist für uns unerklärlich, warum hier teilweise Impfstoffe vorhanden sind und die für uns nicht verfügbar sind in den Einzelordinationen.“
Darüber hinaus kritisiert er die fehlende Planungssicherheit: „Es ist auch im Impfshop hier nur eine Mitteilung, dass es derzeit nicht zugesagt werden kann und auch hier keine klaren Liefertermine verfügbar sind.“
Unmut in Ordinationen
Die angespannte Versorgungslage hinterlässt auch in den Ordinationen ihre Spuren. Eva Winter vom Grazer Gesundheitsamt benennt das Problem gegenüber dem ORF klar: „Und wir haben auch einen Engpass im Bereich 18 bis 59 Jahre. Da haben wir leider derzeit keinen Impfstoff.“
Gleichzeitig schildert sie die schwierige Situation für das medizinische Personal: „Wir sind diejenigen, die sich dann den Unmut der Bevölkerung zuziehen, wenn jemand hier steht und keinen Impfstoff bekommt, obwohl er einen Termin vereinbart hat.“ Die Ärzteschaft beabsichtigt, die Lage am Mittwoch im Gespräch mit Gesundheitsministerin Korinna Schumann zu thematisieren. Auch bei Impfstoffen gegen Gürtelrose bestehen derzeit Lieferengpässe.