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Andromeda

ESC 2026: Kroatinnen erobern Wien im Sturm

ESC 2026: Kroatinnen erobern Wien im Sturm
Foto: Screenshot Instagram lelekmusic
4 Min. Lesezeit |

Die kroatische Gruppe LELEK hat in Wien ihre zweite Probe absolviert – und das Echo in den sozialen Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten. Eurovision-Fans aus aller Welt zeigten sich begeistert, und bis zum ersten Halbfinale am 12. Mai bleibt kaum noch Zeit. Im Gespräch mit dem Portal Direktno gewährten die fünf Sängerinnen Einblicke in ihre Vorbereitungen und lüfteten das Geheimnis hinter den vieldiskutierten rot-weißen Kostümen.

Inka Vecerina Perusic, Lara Brtan, Marina Ramljak, Korina Olivia Rogic und Judita Storga arbeiten seit Monaten als eingespieltes Ensemble auf diesen Auftritt hin. Ihr Song „Andromeda“ ist kein leichtes Lied – er trägt schweres Gepäck: die Erfahrungen von Frauen aus dieser Region, die in Zeiten von Krieg, politischen Umbrüchen und religiösen Konflikten über weibliche Körper hinweggegangen sind. Traditionelle Tätowierungen, die sogenannte Sicanje-Methode, verleihen dem Auftritt eine zusätzliche visuelle und historische Dimension.

Kostüme & Konzept

Besonders die Kostüme sorgten nach der ersten Probe für Gesprächsstoff. Entworfen wurden sie von Nicolas Diamane – und das, wie die Gruppe betont, nicht als modisches Beiwerk, sondern als integraler Bestandteil des gesamten visuellen Konzepts. „Die rote Farbe ist bewusst dominant. Sie steht für Kraft, Schmerz und Kontinuität und ist unmittelbar mit dem Thema des Songs verknüpft. Die weißen Details setzen einen Kontrapunkt und brechen die Bühnenmasse visuell auf – besonders im Zusammenspiel mit dem Licht.“

Im Halbfinale gehen LELEK als Dritte auf die Bühne – eine Position, die kein Aufwärmen erlaubt. Das Publikum muss vom ersten Moment an gepackt werden. „Kurzes Aufwärmen, Konzentration, gegenseitiger Kontakt – und eine Gruppenumarmung, bevor wir rausgehen. Wir wissen genau, wer wo steht, wohin der erste Kamerablick geht und wie sich die Dynamik von Anfang bis Ende aufbaut.“

In den Eurovision-Wettbüros haben sie sich von Platz 24 auf Platz 16 vorgearbeitet – eine Entwicklung, die sie registrieren, aber nicht überbewerten. „Wir verfolgen die Quoten selektiv. Was uns mehr interessiert, ist der Trend nach den Proben – das ist ein realistischerer Indikator als die Zahlen davor. Wichtiger als die Tabelle ist für uns, dass wir vokal stabil sind und uns in der Bewegung nicht verlieren.“

Für Aufsehen sorgte auch ihre Coverversion von „Wild Dances“ – und die Reaktion der Originalinterpretin Ruslana. „Das war ein konkretes Zeichen, dass das, was wir machen, eine größere Reichweite hat. Ruslanas Reaktion kommt von jemandem, der diese Szene und diesen Wettbewerb wirklich versteht. Das ist nicht nur ein Kompliment, sondern eine Bestätigung, dass wir die Energie auf unsere Art übertragen haben.“

Wiener Alltag

Bei Eurovision-Nebenterminen in Amsterdam und London hatten die fünf Kroatinnen Gelegenheit, andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen. „Sie kommentieren vor allem die Energie und die Tatsache, dass wir zu fünft sind und als eine Einheit funktionieren. Besonders verbunden fühlen wir uns mit den Vertreterinnen Serbiens und mit Lelek aus der Ukraine.“

Weniger als eine Woche vor dem großen Abend läuft der Wiener Alltag auf Hochtouren. Der Hauptteil der Proben liegt hinter ihnen, jetzt geht es um Feinarbeit. „Keine großen Änderungen mehr – nur noch kleine Korrekturen: Kameraeinstellung, Licht, Timing. Die Generalproben sind praktisch eine Live-Simulation, und die sind der wichtigste Teil, weil man dann sieht, wie alles als Ganzes wirkt.“

Fünf Frauen, ein vollgepackter Kalender – da bleiben Spannungen nicht aus. „In diesem Tempo ist es unmöglich, dass es keine gibt. Aber bei uns dauern sie nicht lange. Wir haben gelernt, direkt zu kommunizieren und Dinge sofort anzusprechen, weil wir wissen, dass jede Spannung die Darbietung beeinflusst.“ Manchmal brauche es einfach einen Kaffee oder einen kurzen Spaziergang – ohne ein einziges Wort über Eurovision. „Am Ende ist unsere Verbundenheit als Gruppe unser größter Vorteil. Auf der Bühne sind wir voneinander abhängig – und genau das hält uns stabil.“

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KO KOSMO-Redaktion
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