Nicht jeder Ajvar ist gleich!
Was wir hier beschrieben haben, ist die traditionelle Art der Ajvarproduktion und es gibt Hersteller, kleine Familienbetriebe, die ihre Produkte für den Markt genauso zubereiten. Auf der anderen Seite stehen die industriellen Ajvare, die außer dem Namen fast nichts mit dem „echten Ajvar“ gemeinsam haben. Sie werden oft aus tiefgekühlten und/oder gekochten Paprika unter Zugabe verschiedener Gemüse (Karotten, Melanzani, Tomaten) hergestellt, ohne dass die Haut und die Samen entfernt werden. Sie werden in industriellen Mühlen gemahlen, in Gefäßen mit Rührautomatik gegart und haben am Ende einen Überschuss an Feuchtigkeit oder bleiben sogar fast flüssig.
Warum werden auch solche Produkte gegessen und wie können sie neben dem herrlichen traditionellen, hausgemachten Ajvar auf dem Markt bestehen? Die Antwort liegt in der Tatsache, dass die Zubereitung des traditionellen Ajvars schwierig ist, denn sie erfordert viel Arbeitszeit und die Auswahl hochwertiger Zutaten. All das verteuert das Produkt erheblich, während ein industrielles Produkt um ein Vielfaches billiger sein kann.
Wie auch im Fall anderer haus- und handgemachter Lebensmittel, denen es mit bewährter hoher Qualität gelingt, ihren Platz und ihre treuen Kunden zu bewahren, so wird auch der traditionelle Ajvar immer ein Publikum haben, das den Unterschied erkennt und bereit ist, mehr zu zahlen oder weniger zu konsumieren, um das zu bekommen, weswegen der Ajvar als König der Wintergemüse gilt.
Heutzutage hat der großartige Ajvar aus frischen Paprika längst nicht mehr den Status eines Wintervorrats, sondern er ist ganzjährig erhältlich. Denn warum sollte man den roten Ferrari nur am Wochenende fahren, wenn er uns jeden Tag zur Verfügung steht?
Immer häufiger findet man auf den Speisekarten der besten Restaurants einen hervorragenden Ajvar und auch viele Konsumenten außerhalb des Balkans genießen den Ajvar unter anderem darum, weil er eine vegane Speise ist und weil sich die Hersteller bemühen, die Spitzenqualität zu bewahren, die geographische Herkunft zu beachten und Zertifikate zu erwerben, die ihn als biologisches oder halal Produkt ausweisen.
Die richtige Antwort auf die Frage aus der Überschrift, ob es etwas Besseres gibt als einen großen Löffel Ajvar, lautet daher: Ja, ein ganzes Glas Ajvar…. und zwar ein großes!
MezeSliva
Vladimir Novičić ist Gründer des Fachgeschäfts MezeSliva für Delikatessen und Alkoholika vom Balkan. Sein Sortiment umfasst eine Auswahl an Edelbränden, Weinen, Käsen, Ajvars und Trockenfleischprodukten, die Sie in der 4.,Frankenberggasse 13G in Wien probieren und erstehen können.