Rauch ohne Feuer – zumindest auf kroatischer Seite. Ein Großbrand jenseits der Grenze versetzt ganz Dalmatien in Alarmbereitschaft.
Rauch und intensiver Brandgeruch haben am Wochenende weite Teile Dalmatiens in Unruhe versetzt – obwohl in der Region selbst kein Feuer brannte. Verantwortlich dafür ist ein Großbrand in Bosnien und Herzegowina, dessen Rauchschwaden von Imotski bis zur Küste und zu den vorgelagerten Inseln zogen. Beim Notruf 112 gingen mehr als hundert besorgte Anrufe aus der Bevölkerung ein.
Das Feuerwehr-Einsatzzentrum der Gespanschaft (kroatische Verwaltungseinheit) stellte klar: „Der Rauch und Brandgeruch, der vom Gebiet um Imotski bis zur Küste und den Inseln wahrnehmbar ist, ist die Folge eines Großbrandes in Bosnien und Herzegowina.“ In der unmittelbaren Umgebung bestehe keine akute Gefahr.
Brand in Bosnien
Das Feuer wütet in den Gebieten rund um Zvirnjaca, Kupres, Tomislavgrad und Prozor-Rama. Besonders hart getroffen sind die Hänge des Ljubusa-Gebirges in der Nähe bewohnter Ortschaften auf dem Gebiet der Proslopska planina – in der Gemeinde Mrkodol fielen vier Häuser den Flammen zum Opfer. Nach Angaben des Forstunternehmens „Hercegbosanske šume“ Kupres sowie internationalen Waldbrand-Monitoring-Daten hat der Brand eine Fläche zwischen 1.800 und 5.700 Hektar Wald- und Vegetationsfläche betroffen.
Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig: Starker Wind und schwer zugängliches Gelände begünstigen die weitere Ausbreitung des Feuers. Neben den Bodentruppen ist auch ein Air Tractor (Löschflugzeug) im Einsatz. Am Samstagabend war der Brand am Ljubusa-Gebirge noch nicht unter Kontrolle.
Die kroatischen Feuerwehren haben bislang nicht präzisiert, von welchem genauen Brandherd der nach Dalmatien ziehende Rauch ausgeht. Medienberichte verweisen auch auf das Gebiet rund um Mostar.