Die Tage der Klebevignette sind gezählt – ab 2027 wird die österreichische Autobahnmaut ausschließlich digital. Doch schon jetzt sorgen kreative Ausreden für Schmunzeln bei den Kontrolleuren.
Ab dem ersten Februar ist nur noch die neue Autobahn-Jahresvignette der ASFINAG gültig. Diese wird heuer zum letzten Mal auch als Klebeversion angeboten, bevor ab 2027 ausschließlich auf digitale Vignetten umgestellt wird. Bereits jetzt entscheiden sich rund drei Viertel der Autofahrer für die digitale Variante. Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, muss mit einer Ersatzmaut von 200 Euro rechnen. Diese deckt allerdings nur den Tag der Kontrolle sowie den Folgetag ab und soll den Betroffenen die Möglichkeit geben, eine reguläre Vignette nachzukaufen.
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Die Überwachung der Vignettenpflicht erfolgt durch das Service- und Kontrollmanagement der ASFINAG sowie durch 50 mobile Automatik-Kontrollsysteme, die österreichweit im Einsatz sind. Im Vorjahr wurden etwa 540.000 Verstöße registriert – eine vergleichsweise geringe Zahl angesichts von mehr als 29 Millionen verkauften Vignetten, wie ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl betont. Nach seiner Einschätzung verfügen 99 Prozent der Autofahrer über eine ordnungsgemäße Vignette.
Kreative Ausreden
Jahr für Jahr sammeln die ASFINAG-Kontrolleure bemerkenswerte Ausreden von ertappten Autofahrern. Für den ORF Vorarlberg wurde eine Auswahl der kreativsten Erklärungsversuche zusammengestellt: Vom angeblich vignettenfressenden Hund über Kinder, die die Vignette ins Stickeralbum geklebt haben, bis hin zur als Weinflaschengeschenk zweckentfremdeten Vignette auf dem Armaturenbrett.
Weitere Klassiker sind Unwissenheit über Verkaufsstellen, Schuldzuweisungen ans Navigationsgerät oder die Behauptung, noch nicht in Österreich zu sein. Auch Aussagen wie „Habe ja die Streckenmaut bezahlt“, „Niemand sagte mir, dass ich die Vignette aufkleben muss“, „Wusste nichts von der Vignettenpflicht“ oder „Das ist nicht mein Auto“ gehören zum Repertoire. Doch ungeachtet der Originalität dieser Ausreden: Ohne korrekte Vignette wird die Ersatzmaut fällig.
Digitale Zukunft
Im kommenden Jahr wird die Ära der Klebevignette in Österreich endgültig enden. Die Autobahnmaut wird dann ausschließlich digital erhältlich sein. Beim Online-Erwerb auf der ASFINAG-Website gilt eine 18-tägige Wartefrist, die sich aus der gesetzlichen 14-tägigen Rücktrittsfrist nach EU-Recht plus drei Tagen Postweg zusammensetzt. Konkret bedeutet das: Wer am 23. Jänner online eine Jahresvignette kauft, kann diese erst ab dem 10. Februar nutzen.
An Verkaufsstellen und Automaten, beispielsweise bei der ASFINAG in Hohenems, kann die Jahresvignette für 106,80 Euro ohne Wartefrist erworben werden. Der Kauf vor Ort berechtigt sofort zur Nutzung aller Autobahnen und Schnellstraßen bis zum 31. Jänner 2027.
In Vorarlberg besteht zwischen Hörbranz und Hohenems eine Ausnahme von der Vignettenpflicht.