Blockierte Straßen, leere Regale, Soldaten in Mailand – Italien erlebt einen Protest mit weitreichenden Folgen.
Lastwagenfahrer haben in Süditalien Straßen und Autobahnen blockiert und damit die Produktion eines der wichtigsten Exportgüter des Landes zum Erliegen gebracht. Die Proteste richten sich gegen anhaltend hohe Lebenshaltungskosten und gestiegene Dieselpreise.
Pasta-Produktion lahm
Zu den am stärksten betroffenen Unternehmen zählen die Pastahersteller Rummo aus Kampanien, La Molisana und Garofalo. Da die Lieferketten durch die Blockaden unterbrochen wurden, sind die Vorräte an Hartweizengrieß in den Produktionsstätten erschöpft – ein Stillstand, der sich auch auf Tankstellen in der Region auswirkt, wo zahlreiche Zapfsäulen leer bleiben. Cosimo Rummo bestätigte die angespannte Lage für sein Unternehmen.
Melonis harte Linie
Nachdem es in Mailand im Zuge der Proteste zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen war, reagierte die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit einem Sicherheitsdekret. Wer bei Demonstrationen Gewalt anwendet, muss künftig mit Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren rechnen. Für Organisatoren gewalttätiger Kundgebungen sind vier bis zwölf Jahre Haft vorgesehen, Eltern minderjähriger Täter können mit Bußgeldern zwischen 500 und 1.000 Euro belegt werden.
Zusätzlich wurden 500 Soldaten zur Unterstützung der Polizei nach Mailand entsandt. Meloni stellte klar: „Es gibt das Recht zu demonstrieren, aber nicht das Recht, unsere Städte zu plündern.“