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Ausschreitungen

Nach Ausschreitungen in Mailand: Jetzt sollen 500 Soldaten kommen

Nach Ausschreitungen in Mailand: Jetzt sollen 500 Soldaten kommen
(FOTO: EPA / MATTEO CORNER)
3 Min. Lesezeit |

Nach schweren Ausschreitungen und Plünderungen in Mailand plant Italiens Regierung nun eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen.

Nach den Ausschreitungen am Wochenende bereitet die italienische Regierung ein neues Sicherheitsdekret vor. Noch am Dienstag um 17.30 Uhr soll der Ministerrat über die Maßnahmen entscheiden. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von 500 zusätzlichen Soldaten in Mailand. Sie sollen für zunächst drei Monate erweiterte polizeiliche Befugnisse erhalten und Polizei, Carabinieri und die Guardia di Finanza unterstützen.

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Nach Angaben von Confcommercio liegt der direkte Schaden inzwischen bei rund einer Million Euro beziehungsweise darüber. Nicht eingerechnet sind entgangene Umsätze und weitere wirtschaftliche Folgen. Restaurants und Hotels verzeichnen laut dem Handelsverband bereits erste Stornierungen aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen.

Viele Minderjährige

Am Wochenende hatten Gruppen junger Menschen im Zentrum Mailands Geschäfte und Supermärkte geplündert, Schaufenster zerstört und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Bei den Ausschreitungen am Sonntag wurden 14 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt.

Besonders auffällig ist das Alter vieler Beteiligter: Nach den Unruhen am Sonntag wurden 271 Personen zur Polizeidirektion gebracht, darunter 220 Minderjährige. 32 Personen wurden an diesem Tag festgenommen, davon 23 Minderjährige. Bis Dienstag stieg die Zahl der Festnahmen im Zusammenhang mit den zweitägigen Ausschreitungen laut ANSA auf rund 50. Nur elf der Festgenommenen waren volljährig. Die Ermittlungen dauern an, weshalb die Bilanz noch steigen kann.

Mailand hatte bereits zuvor schwere Ausschreitungen erlebt. Im September 2025 wurden bei Krawallen rund um eine Gaza-Demonstration am Mailänder Hauptbahnhof etwa 60 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt.

Auch soziale Netzwerke spielen bei den aktuellen Ereignissen eine Rolle. Über Instagram und Telegram wurden Videos und Aufrufe verbreitet. Der sogenannte „Movimento 17 ottobre“ kündigte über Instagram eine „permanente Mobilisierung“ an jedem Samstag an und verwies auf eine eigene Telegram-Gruppe.

Regierung reagiert

Das geplante Sicherheitsdekret soll über den Einsatz zusätzlicher Soldaten hinausgehen. Zu den Maßnahmen, über die der Ministerrat beraten soll, gehört eine Ausweitung des vorbeugenden Polizeigewahrsams auf Minderjährige sowie eine Verlängerung über die bisher vorgesehenen zwölf Stunden hinaus. Aus Regierungskreisen ist dabei auch von einer möglichen Ausweitung auf bis zu 24 Stunden die Rede. Geprüft werden außerdem erweiterte Möglichkeiten für nachträgliche Festnahmen bei gemeinschaftlich begangenen Verwüstungen und Plünderungen, etwa auf Grundlage von Videoaufnahmen.

Das Vorhaben ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Der Ministerrat soll am Dienstag um 17.30 Uhr darüber beraten. Präsident Sergio Mattarella mahnte angesichts der Ausschreitungen zugleich eine genaue Analyse der neuen Form der Gewalt an. Die endgültige Ausgestaltung einzelner Maßnahmen war am Dienstagvormittag noch Gegenstand der Beratungen.

Alltag unter Druck

Die Folgen der Krawalle sind auch im bekannten Mailänder Modeviertel sichtbar. Luxusmarken wie Chanel, Hermès und Pomellato schlossen ihre Geschäfte aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen. Goyard ließ sein Geschäft ebenfalls geschlossen und verwies ausdrücklich auf die Demonstrationen.

Auch Hotels und Restaurants spüren die Auswirkungen. Laut Confcommercio wurden bereits mehrere Reservierungen storniert. Gleichzeitig blieb die Polizei im Zentrum präsent: Unter anderem wurde in der Via Manzoni ein Polizeifahrzeug positioniert, während Händler im Modeviertel die Entwicklung aufmerksam verfolgten.

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KO KOSMO-Redaktion
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