Vom Fußball-Königsmacher zum Millionen-Schuldner: Nach dem Tod des legendären Spielervermittlers Skender Fani tauchen massive finanzielle Ungereimtheiten auf.
Jahrzehntelang prägte Skender Fani die österreichische Fußballwelt als einflussreicher Spielervermittler. Der Mann, der einst Hans Krankl zum FC Barcelona und Herbert Prohaska nach Mailand brachte, verstarb vor zwei Jahren überraschend im Alter von 83 Jahren. Nun kommt ans Licht, dass der bis zuletzt agile Rechtsanwalt offenbar massive finanzielle Verbindlichkeiten hinterlassen hat – die Rede ist von etwa 10 Millionen Euro.
Das Handelsgericht hat mittlerweile ein Insolvenzverfahren über den Nachlass des verstorbenen Juristen eingeleitet. Grund dafür sei, dass „Geldforderung nicht bedient werden konnten“, wie der KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) gegenüber „Heute“ bestätigte. Derzeit werden zahlreiche Millionenforderungen geprüft – darunter auch Ansprüche weiterer prominenter Persönlichkeiten aus der Fußballwelt.
Dubiose Vermögenswerte
Besonders heikel: Der stets luxuriös lebende Fani, dem auch Verbindungen zu dubiosen Kreisen nachgesagt werden, soll bislang unbekannte Immobilien in Florida besessen haben. Im Raum steht der schwerwiegende Vorwurf, er könnte ähnlich einem „Mini-Benko“ Millionenbeträge beiseite geschafft haben – es gilt die Unschuldsvermutung. Die Tagsatzung ist für den 8. August anberaumt.
Nachforschungen zum Vermögen in den USA gestalten sich kompliziert. Die möglichen Immobilien in Florida könnten über Treuhandgesellschaften oder Strohmänner verschleiert worden sein, wie Ermittler vermuten. In solchen Fällen dauert die Rückverfolgung von Vermögenswerten oft Jahre, besonders wenn internationale Rechtshilfeabkommen bemüht werden müssen.
Polsters Verlust
Zu den ungläubigen Gläubigern zählt auch Österreichs Rekordtorschütze Toni Polster. „Ja es stimmt. Ich wurde um viel Geld gebracht“, erklärte die Austria-Ikone niedergeschlagen im Gespräch mit „Heute“. Der Betrag, den Polster seinem einstigen Anwalt und Geschäftspartner als Darlehen für zwei Wohnbauprojekte überlassen hatte, soll im hohen sechsstelligen Bereich liegen.
„Gebaut wurde allerdings nie“, kritisiert Polster, den der finanzielle Verlust „weh tut“. Die Fußballlegende zeigt sich „schwer enttäuscht“ von seinem früheren Freund Fani.
Von den Geldern der Gläubiger fehlt bislang jegliche Spur. Rechtsexperten geben den Betroffenen wenig Hoffnung auf schnelle Rückzahlung. Die Erfolgsquote bei Nachlassinsolvenzverfahren liegt laut Statistik der Kreditschutzverbände oft im einstelligen Prozentbereich, besonders wenn Vermögen ins Ausland transferiert wurde.
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