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Zukunftsvision

Neos-Minister legt Bombe: “Plan Z” soll Schulen komplett umkrempeln

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Foto: iStock

Bildungsminister Wiederkehr kündigt radikalen Systemwandel an: Mit seinem “Plan Z” will er Österreichs Schulen grundlegend modernisieren und für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts rüsten.

Die Neos hätten in der Bildungspolitik eine Aufholjagd versprochen und bereits zahlreiche Initiativen gestartet, unterstrich er. Angesichts des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels reiche bloßes Aufholen jedoch nicht mehr aus. Daher stellte Wiederkehr einen “Plan Z” in Aussicht, der das Bildungssystem grundlegend modernisieren soll. Das erklärte Ziel sei “eine Schule, die auf das echte Leben vorbereitet.”

In seiner halbstündigen Grundsatzrede begann Wiederkehr mit positiven Beobachtungen aus seiner bisherigen Amtszeit. Seit mehr als acht Monaten erlebe er täglich das große Engagement des Personals in Kindergärten und Schulen, die Freude der Schülerinnen und Schüler am Unterricht sowie den wertvollen Beitrag engagierter Eltern zur Verbesserung der Bildungseinrichtungen. Bei auftretenden Problemen reagiere man bereits mit konkreten Maßnahmen wie verstärkter Sprachförderung, Ausbau der Schulpsychologie, Bürokratieabbau und zusätzlichen Mitteln für Standorte mit besonderen Herausforderungen.

Trotz dieser positiven Zwischenbilanz musste der Minister vor den rund 160 anwesenden Jugendlichen, Fachleuten und Führungskräften aus dem Bildungsbereich eingestehen, dass die Schule die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht ausreichend auf das Leben vorbereite. Die Welt befinde sich durch technologische Umwälzungen wie künstliche Intelligenz, demokratiegefährdende Falschinformationen und globale Krisen von Klimawandel bis Migration in einem fundamentalen Umbruch. Dies stelle völlig neue Anforderungen an das Bildungssystem.

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Bildungssystem modernisieren

Wiederkehr plädierte für eine Abkehr vom “alten, trägen Bildungssystem” mit überholten Lehrplänen und starren Strukturen. Statt Auswendiglernen sollten künftig Kreativität, Problemlösungskompetenz, kritisches Denken und Widerstandsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Die Jugendlichen sollten zu “mündigen, kreativen und auch glücklichen Erwachsenen” heranwachsen. Bildung sei dabei eine gemeinschaftliche Aufgabe, bei der neben der Schule auch Eltern und Gesellschaft Verantwortung übernehmen müssten.

Von den Heranwachsenden forderte er zudem Leistungsbereitschaft, die zwar Anstrengung und Disziplin erfordere, aber mit persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe belohnt werde. In den kommenden Monaten will Wiederkehr gemeinsam mit Expertinnen, Experten und “den Menschen im Bildungssystem” einen “Plan Z – Z für die Zukunft unserer Kinder” entwickeln, um “die Pädagogik ins 21. Jahrhundert zu bringen”. Er betonte: “Das kann keine reine Oberflächensanierung sein, sondern muss ein kompletter Umbau sein.”

Der “Plan Z” sei mehr als nur ein Kapitel im Regierungsprogramm – er stelle “eine Vision und gleichzeitig ihr Umsetzungspfad” dar, wobei manche Maßnahmen rasch umgesetzt werden könnten, andere hingegen erst nach Ende der laufenden Legislaturperiode. Bei seinem geplanten Systemumbau rechnet Wiederkehr durchaus mit kontroversen Diskussionen, etwa zur Definition des “echten Lebens”, zur Rolle der Schule oder zum Verhältnis zwischen Allgemeinbildung und beruflicher Ausbildung. Seinen “Plan Z” will er bis März vorlegen, bereits im zweiten Quartal soll die Umsetzung beginnen.

Konkrete Maßnahmen

Der Minister plant, bereits im Kindergarten anzusetzen und die Frage zu klären, welche Inhalte dort wie vermittelt werden sollen. Seine Vorschläge für die Schule entsprechen weitgehend bekannten Neos-Forderungen und dem Regierungsprogramm: mehr Autonomie für Schulen, weniger Bürokratie für Lehrkräfte, damit diese mehr Zeit für die Kinder haben, sowie Änderungen im Lehramtsstudium, um sicherzustellen, dass nur wirklich geeignete Personen unterrichten.

Schulbücher sollen künftig schneller aktualisiert und durch digitale Lernanwendungen ergänzt werden. Auch die Möglichkeiten individualisierten Lernens durch künstliche Intelligenz will Wiederkehr thematisieren. Die erst kürzlich überarbeiteten Lehrpläne möchte er “entrümpeln” und den Fokus auf neue Fächer und “fundamentale Kompetenzen der Zukunft” legen.

Welche Inhalte dabei entfallen können, werde “eine der Diskussionen der kommenden Monate sein”.