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Umweltgefahr

Neue Studie: Dieselabgase sind nicht mehr die gefährlichsten Schadstoffe am Auto

Neue Studie: Dieselabgase sind nicht mehr die gefährlichsten Schadstoffe am Auto
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Während die Welt auf Elektroautos umsteigt, entpuppt sich ein versteckter Umweltsünder: Bremsstaub belastet die Stadtluft stärker als gedacht – mit alarmierenden Folgen.

Die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch. Während Elektrofahrzeuge weltweit zunehmend die Straßen erobern, werden Dieselfahrzeuge aufgrund ihrer hohen CO₂-Emissionen und Luftverschmutzung schrittweise verdrängt. Elektroautos punkten nicht nur mit ihrer schadstofffreien Fahrweise, sondern auch mit geringerem Verschleiß am Bremssystem. Durch den Rekuperationsprozess (Energierückgewinnung beim Bremsen) – das Aufladen der Batterie beim Bremsen – wird Energie zurückgewonnen und die Umweltbelastung verringert.

Doch Experten haben ein bislang wenig beachtetes Problem identifiziert, das besonders in Städten die Luftqualität beeinträchtigt. Wie die BBC berichtet, geht es dabei um die Bremsen selbst. Obwohl sie nicht zum Abgassystem gehören, setzt das häufige Anfahren und Abbremsen im Stadtverkehr Bremsbeläge und -scheiben einem erheblichen Verschleiß aus. Bei der entstehenden Reibung werden giftige Substanzen freigesetzt.

Gefährlicher Bremsstaub

Der Bremsstaub enthält Metalle, schwarzen Kohlenstoff und Schwermetalle – ein hochproblematischer Cocktail für die menschliche Gesundheit. Die EU-Organisation „EIT Urban Mobility“ (Europäisches Innovations- und Technologieinstitut für städtische Mobilität), die sich mit städtischen Verkehrsfragen beschäftigt, stellt fest, dass dieses Problem unter Autofahrern kaum bekannt ist. Die Programmdirektorin Adriana Diaz erläuterte dem britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Problematik.

Die Europäische Umweltagentur bestätigt die gravierenden Gesundheitsrisiken von Feinstaub. In Deutschland wurden laut EEA im Jahr 2022 insgesamt 69.865 Todesfälle auf Feinstaub (PM2,5) zurückgeführt – im Vergleich zu 28.464 Todesfällen durch Stickstoffdioxid (NO₂) aus Dieselabgasen. Das Bundesumweltministerium betont dabei, dass für Feinstaub keine Schwelle existiert, unter der er nicht als schädigend für die menschliche Gesundheit eingeschätzt wird.

⇢ Feinstaub ist für Schwangere gefährlicher als gedacht!

Neue Emissionsstandards

Mit der Einführung des EURO 7-Standards werden nun erstmals die PM10-Emissionen (Partikel kleiner als 10 Mikrometer) aus Bremssystemen neuer Fahrzeuge reguliert. Je nach Fahrzeugtyp gelten Grenzwerte zwischen 3 und 11 mg/km. Ein durchschnittliches Auto mit der in Europa üblichen Kombination aus Bremsscheiben aus Grauguss und Bremsbelägen aus niedriglegiertem Stahl stößt etwa 8,8 mg/km dieser Feinstaubpartikel aus.

Die EU rechnet damit, dass die neuen Vorschriften bis 2035 die Partikelemissionen von Bremsen bei PKW und Lieferwagen um 27 Prozent senken werden. Nach Europa wird auch Asien, insbesondere China, ähnliche Regelungen einführen.

Fachleute gehen davon aus, dass China bereits Ende dieses Jahres entsprechende Vorschriften für EURO 7-Motoren umsetzen wird – allerdings mit Fokus auf den noch kleineren PM2,5-Partikeln (Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer).

Brems- und Reifenabrieb bleiben laut Umweltbundesamt weiterhin relevante Quellen für Feinstaub in deutschen Städten – auch wenn die aktuellen PM10-Grenzwerte seit 2019 eingehalten werden. Technische Maßnahmen wie Umweltzonen und die Förderung emissionsarmer Fahrzeuge haben zwar zur Reduktion beigetragen, doch Umweltbehörden betonen, dass die Emissionen weiter gesenkt werden müssen, da auch unterhalb der Grenzwerte gesundheitliche Risiken bestehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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