Noch vor der offiziellen Warnung liefen die Angriffe bereits. Eine Sicherheitslücke in PHP bedroht Millionen Websites weltweit.
Cloudflare hat in den vergangenen Tagen eine dramatische Zunahme an Angriffsversuchen registriert, nachdem schwerwiegende Sicherheitslücken in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP publik geworden sind. Die Betreiber von Websites und Webservern wurden dringend aufgefordert, verfügbare Sicherheitsupdates unverzüglich einzuspielen.
Wie das Unternehmen Cloudflare auf der Plattform X mitteilte, hatten die Angriffe bereits begonnen, bevor die Öffentlichkeit überhaupt informiert worden war. „In den zehn Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe verzeichneten wir im gesamten Netzwerk Tausende von Versuchen…“, erklärte John Prince von Cloudflare. Die betroffenen Schwachstellen, registriert unter den CVE-Kennungen 2026-109618 und 2026-109619, wurden am Mittwoch offiziell bekannt gegeben und betreffen potenziell sämtliche PHP-Versionen ab PHP5 – also Softwareversionen, die seit dem Jahr 2004 im Einsatz sind. Angesichts der Tatsache, dass weltweit rund 400 bis 500 Millionen auf WordPress basierende Websites PHP nutzen, ist das Ausmaß der Bedrohung erheblich.
Reaktionen in Österreich
In Österreich reagierten mehrere Institutionen rasch: Die Universität Wien, die Technische Universität Wien sowie die Niederösterreichischen Nachrichten schalteten ihre Onlineauftritte vorübergehend ab, um das Risiko eines erfolgreichen Angriffs zu minimieren. Das CERT.at verbreitete Warnungen und stellte konkrete Handlungsempfehlungen bereit. IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer mahnte eindringlich zur raschen Reaktion: „Jede ungeschützte PHP-Anwendung ist in diesem Moment eine offene Tür für Kriminelle.“
KI entdeckt Lücken
Die Entdeckung der Schwachstellen geht auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zurück – konkret auf Technologie des US-Unternehmens OpenAI, über das Unternehmen Wiz gemeldet. Die US-Regierung war bereits am Freitag vor der öffentlichen Bekanntmachung informiert worden. Internationale Cybersicherheitsexperten arbeiten seither an umfassenden Lösungsansätzen. Marc Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste in Deutschland, ordnete die Lage in einem breiteren Kontext ein: „Wir erleben einen Wendepunkt.“