Für Millionen Reisende zwischen der Europäischen Union und dem Westbalkan könnte ein Ende der zusätzlichen Roaminggebühren näher rücken. Vor dem Gipfel des Berliner Prozesses gibt es nun neue konkrete Schritte.
Beim Gipfel des Berliner Prozesses am 22. Oktober in Montenegro soll die weitere Annäherung des Westbalkans an den EU-Binnenmarkt im Mittelpunkt stehen. Zu den wichtigsten Punkten zählt dabei auch das Roaming zwischen der Europäischen Union und den sechs Westbalkan-Partnern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.
Verhandlungen sollen beginnen
Nach Angaben des Generalsekretärs des Regional Cooperation Council, Amer Kapetanović, wird erwartet, dass die Regierungen der Länder in der Region in Kürze Verhandlungsführer ernennen und die Gespräche mit der Europäischen Union aufnehmen. Ziel ist es, die zusätzlichen Roaminggebühren bei Reisen zwischen der EU und dem Westbalkan schrittweise abzuschaffen.
Damit könnten Reisende künftig Telefonate, SMS und mobile Daten grundsätzlich zu ähnlichen Bedingungen wie im Heimatnetz nutzen. Besonders für Menschen, die regelmäßig zwischen Österreich, Deutschland und dem Westbalkan unterwegs sind, wäre das eine spürbare Erleichterung.
Noch keine sofortige Abschaffung
Wichtig ist allerdings: Die Gebühren fallen nicht unmittelbar nach dem Gipfel weg. Zunächst müssen die einzelnen Länder mit der EU verhandeln und ihre Regeln an die europäischen Roamingvorgaben anpassen. Die Gespräche werden mit jedem Westbalkan-Partner separat geführt.
Die EU hatte bereits im Juni 2026 grundsätzlich grünes Licht für solche Verhandlungen gegeben. Der aktuelle Schritt besteht nun darin, den Prozess praktisch in Gang zu bringen.
Westbalkan intern bereits ohne Aufschläge
Innerhalb des Westbalkans gilt bereits seit Juli 2021 ein regionales „Roam Like at Home“-Modell. Wer zwischen Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien reist, kann seinen Mobilfunktarif grundsätzlich ohne zusätzliche regionale Roamingaufschläge nutzen.
Bis eine vergleichbare Regelung auch zwischen der EU und dem Westbalkan tatsächlich gilt, sollten Reisende weiterhin die Roamingkonditionen ihres Mobilfunkanbieters prüfen.