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Verfahrenseinstellung

„Sarajevo-Safari“: Österreichische Ermittlungen mangels Beweisen eingestellt

„Sarajevo-Safari“: Österreichische Ermittlungen mangels Beweisen eingestellt
Foto: epa/FEHIM DEMIR
3 Min. Lesezeit |

Der Verdacht wog schwer: Auch ein Österreicher soll während des Bosnienkriegs als Scharfschütze auf Zivilisten in Sarajevo geschossen haben. Nun werden die österreichischen Ermittlungen mangels ausreichender Beweise eingestellt.

Wie der „Standard“ am 19. Oktober unter Berufung auf das österreichische Justizministerium berichtet, wurde dem Vorhaben der Staatsanwaltschaft Krems zugestimmt, das Verfahren einzustellen. Zuvor war ein Vorhabensbericht zur Prüfung übermittelt worden. Auch der Weisungsrat wurde mit der Angelegenheit befasst.

Keine ausreichenden Beweise

Die vorliegenden Zeugenaussagen hätten sich dem Bericht zufolge auf Hörensagen gestützt. Zudem habe das angenommene Täterprofil nicht zum bekannten Verdächtigen gepasst. Nach den wiedergegebenen Ermittlungsergebnissen habe der Mann auch nicht über die finanziellen Möglichkeiten für eine entsprechende Reise nach Bosnien und Herzegowina verfügt.

Damit sahen die Behörden keine ausreichende Beweisgrundlage für eine Fortführung der österreichischen Ermittlungen. Eine veröffentlichte Einstellungsentscheidung mit ausführlicher Begründung liegt diesem Bericht nicht zugrunde.

Ermittlungen seit April 2026

Den Beginn des österreichischen Verfahrens hatte Justizministerin Anna Sporrer in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung vom 19. Mai bestätigt: Seit dem 25. April 2026 werde gegen einen österreichischen Staatsbürger und einen weiteren, damals unbekannten mutmaßlichen Beteiligten ermittelt. Die Staatsangehörigkeit der zweiten Person wurde in dieser Antwort nicht angegeben.

Die Anfrage hatte die frühere Justizministerin und heutige Justizsprecherin der Grünen, Alma Zadić, am 19. März eingebracht. Aus der Beantwortung geht nicht hervor, dass die parlamentarische Anfrage selbst den Ermittlungsbeginn ausgelöst hatte. Hinweise auf eine mögliche Beteiligung kamen laut dem aktuellen Medienbericht aus Südtirol.

Was hinter dem Begriff „Sarajevo-Safari“ steckt

Der Begriff bezeichnet den Verdacht, dass Ausländer während der Belagerung Sarajevos dafür bezahlt haben sollen, von Stellungen rund um die Stadt auf Zivilisten zu schießen. Die behauptete Beteiligung zahlender ausländischer Schützen ist dabei von den dokumentierten Angriffen auf die Zivilbevölkerung zu unterscheiden.

In Italien befasste sich die Staatsanwaltschaft Mailand nach einer Anzeige des Autors Ezio Gavazzeni mit den Vorwürfen. Gavazzeni erklärte, den italienischen Ermittlern Dokumente und Zeugenaussagen übergeben zu haben. Ob solches Material konkrete Tatvorwürfe ausreichend belegen kann, ist eine davon getrennte Frage.

Das österreichische Justizministerium hatte im Mai mitgeteilt, dass den heimischen Staatsanwaltschaften keine Recherchen Gavazzenis zur Beteiligung österreichischer Staatsbürger vorlagen.

Kein abschließendes Urteil über den gesamten Komplex

Die Einstellung betrifft die österreichischen Ermittlungen und die dabei geprüften Verdachtsmomente. Sie bedeutet nicht automatisch eine abschließende Klärung sämtlicher internationaler „Sarajevo-Safari“-Vorwürfe. Ebenso wenig dürfen die weiterhin diskutierten Anschuldigungen als erwiesene Tatsachen dargestellt werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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