In einer Trentiner Arztpraxis entdeckte die Polizei einen Skandal: Ein Mediziner führte mit Hilfe seiner unqualifizierten Söhne illegale Beschneidungen unter schockierenden Bedingungen durch.
Die italienische Polizei hat einen Allgemeinarzt aus der Provinz Trient festgenommen, der in seiner Ordination ohne Genehmigung zahlreiche Beschneidungen an Buben mit Migrationshintergrund durchgeführt haben soll. Die Ermittler entdeckten dabei erschreckende hygienische Missstände in den Praxisräumen.
Nach Erkenntnissen der Behörden wurden allein im Jahr 2022 mindestens 40 Kinder in der illegalen Praxis behandelt, wobei Familien sogar aus anderen italienischen Regionen anreisten. Die Eingriffe erfolgten unter derart bedenklichen Umständen, dass mehrere Kinder anschließend in der Notaufnahme behandelt werden mussten. In einem besonders schwerwiegenden Fall musste ein Bub ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem ihm der Arzt eine gefährliche Überdosis Beruhigungsmittel verabreicht hatte, um ihn während des Eingriffs ruhigzustellen.
Familiäre Mittäterschaft
Bei den Beschneidungen halfen dem Mediziner seine eigenen Söhne, obwohl diese keinerlei medizinische Ausbildung oder Qualifikation besaßen. Einer der volljährigen Söhne wurde inzwischen ebenfalls bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
Nach Abschluss der Ermittlungen verhängte die Staatsanwaltschaft Trient Hausarrest gegen den Arzt und ließ die nicht genehmigte Praxis umgehend schließen. Bei der Durchsuchung stießen die Carabinieri auf einen mit Gurten ausgestatteten Untersuchungstisch, ein elektrisches Skalpell, verschiedene Beruhigungs- und Betäubungsmittel sowie Visitenkarten mit dem ausdrücklichen Vermerk „Beschneidung“ und einen Block mit Quittungen für die durchgeführten Eingriffe.
Behördlicher Appell
Major Federico Silvestri, Leiter der Trentiner Gesundheitspolizei NAS, betonte, dass die Eltern der betroffenen Kinder mit den Ermittlern kooperierten und nicht wussten, dass die Praxis illegal betrieben wurde.
„Überprüfen Sie stets, ob medizinisches Personal und Praxen ordnungsgemäß zugelassen und registriert sind“, appellierte Silvestri an die Öffentlichkeit.